Erstellt am 26. März 2012, 11:00

138-facher Autodieb gefasst. Wiener Kriminalisten ist ein bedeutender Schlag gegen die internationale Autoschieberszene gelungen. Den Beamten ging ein Tscheche ins Netz, der mindestens 138 Autos gestohlen haben soll.

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Der seit Jahren in den Bezirken Ottakring und Hernals "tätige" Mann, wurde nach längerer Observierung schließlich auf frischer Tat ertappt. Einbruchswerkzeug und sonstige Diebstahlsbehelfe, die bei dem mutmaßlichen Täter sichergestellt wurden, hat dieser im Internet erstanden.

Der von Brünn aus operierende Autodieb richtete einen Schaden von fast 500.000 Euro an, berichtete Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (V) am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz. An ihrer Seite standen jene Ermittler, denen es gelang, den Tschechen dingfest zu machen. Er spezialisierte sich auf seinen nächtlichen Beutezügen vorwiegend auf die Marken VW Golf und Skoda, vorzugsweise dunkel lackiert.

"Bereits im November 2010 hatten wir fast schon Erfolg, doch da ist uns der Täter davongeradelt", erinnerte sich Oberst Georg Rabensteiner. In der Hasnerstraße nützte der Autodieb, der stets mit dem Fahrrad unterwegs war, eine Reihe von Pollern, die den Polizeistreifen die Weiterfahrt unmöglich machten. Dass er gerade noch entkam, jagte dem Tschechen offenbar Angst ein, denn die Diebstahlsserie wurde erst im August 2011 fortgesetzt.

Die Vorgangsweise war dabei immer die selbe. Der Autodieb mietete sich ein Hotelzimmer, kundschaftete tagsüber abgestellte Pkw aus und rückte ihnen dann ab 2.00 Uhr mit professionellem Werkzeug zu Leibe. Rabensteiner präsentierte dabei sichergestellte Gegenstände, wie etwa einen "Kraftschlüssel", einen dicken Metallrohling, mit dem man ein Autoschloss problemlos aufdrehen kann. Oder aber auch ein On-Board-Diagnose-Tool, das Wegfahrsperren deaktiviert. "Dauert nicht länger als eine Minute", so der Ermittler. Detail am Rande: All diese Utensilien seien um wenig Geld im Internet erhältlich.

Im Jänner 2012 dann ein entscheidender Ermittlungserfolg: An der slowenisch-kroatischen Grenze flog ein Pkw mit tschechischen Kennzeichen und gefälschen Papieren auf. Rasch stellte sich heraus, dass der Gesuchte von Brünn aus operierte. Der Mann wurde observiert und schließlich - in flagranti - in der Rosensteingasse festgenommen. In seinem Hotelzimmer stellten die Beamten Kennzeichen, Zulassungspapiere, Autobahnvignetten, Gestellnummerplaketten und Einbruchswerkzeug aller Art sicher. Die Kriminalisten gehen von der Möglichkeit aus, dass der Täter deutlich mehr als 138 Pkw gestohlen haben könnte.