Erstellt am 22. März 2016, 14:06

von NÖN Redaktion

2.900 tote Hasen im Burgenland. Im Vorjahr verunglückten 2.981 Feldhasen auf Burgenlands Straßen tödlich, um ein Drittel mehr als im Jahr 2014, machen VCÖ und WWF aufmerksam.

Symbolbild  |  NOEN, Werner Müllner

Der Ausbau der Infrastruktur und die damit einhergehenden Folgen setzen den heimischen Hasen stark zu. WWF und VCÖ sprechen sich für einen stärkeren Schutz des Lebensraums der Feldhasen aus, etwa durch einen Straßenbaustopp in schützenswerten Gebieten und durch die Umsetzung der europäischen Naturschutzrichtlinien.

Die Feldhasen sind im Frühjahr besonders aktiv. Es ist Paarungszeit. Der Aktionsraum eines Feldhasen ist rund 20 Quadratkilometer groß. "Im Schnitt durchschneiden aber 60 Kilometer Straßen den Lebensraum eines Hasen. Das Risiko, unter die Räder zu kommen ist groß und wird mit jeder zusätzlichen Straße größer", stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest.

Im Vorjahr wurden laut offiziellen Daten der Jagdstatistik in Österreich mehr als 22.700 Hasen und Wildkaninchen von Lkw und Pkw erlegt, machen VCÖ und WWF aufmerksam. Allein im Burgenland kamen 2.981 Hasen unter die Räder. Erfasst werden von der Statistik nur die bei der Bezirkshauptmannschaft eingegangenen Meldungen. Die Dunkelziffer ist weit höher. Das gefährlichste Pflaster für Hasen ist Niederösterreich, wo mehr als 11.000 hoppelnde Vierbeiner dem Straßenverkehr zum Opfer fielen.

Die Zerschneidung von Burgenlands Landschaft durch das 6.900 Kilometer lange Straßennetz verschlechtert die Qualität des Feldhasen-Lebensraums. "Die hohe Sterblichkeit auf den Straßen verschärft das Problem für die Feldhasenbestände, die ohnedies schon unter der Ausräumung der Landschaft und unter der Intensivlandwirtschaft leiden", erklärt Bernhard Kohler, Leiter des Österreichprogramms im WWF. Feldhasen bevorzugen eigentlich abwechslungsreiche Landschaften aus Wiesen, Weideflächen, Gebüschen und lockeren Baumgruppen. Heutzutage müssen sie sich aber oft mit eintönigen und ausgeräumten Agrarwüsten begnügen.

Insgesamt wurden im Vorjahr mehr als 8.000 in der freien Wildbahn lebende Tiere im Burgenland Opfer des Straßenverkehrs, darunter unter anderem 3.596 Rehe sowie mehr als 800 Fasane und mehr als 200 Füchse Opfer des Straßenverkehrs, berichten VCÖ und WWF.

Um den Lebensraum von Fauna und Flora zu bewahren und zu beschützen, ist beim Straßenausbau in Österreich auf die Bremse zu steigen, unterstreichen VCÖ und WWF. "Statt mehr Straßen braucht es ein größeres Angebot an umweltfreundlicher Mobilität. Auch um die Klimaziele im Verkehr erreichen zu können", stellen VCÖ und WWF fest. Zentral für die Bewahrung der Natur auch für unser Kinder und Kindeskinder ist die konsequente Umsetzung der europäischen Naturschutzrichtlinien.
 


Anzahl durch Straßenverkehr getötete Feldhasen und Wildkaninchen im Jahr 2015, in Klammer 2014)

Österreich: 22.741 (19.480)

Niederösterreich: 11.343 (9.371)

Oberösterreich: 4.501 (4.061)

Burgenland: 2.981 (2.245)

Steiermark: 2.728 (2.667 )

Salzburg: 666 (611)

Kärnten: 477 (465)

Wien: 32 (51)

Vorarlberg: 13 (9)

Tirol: 0 (0 )

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2016

VCÖ: Die meisten Opfer unter den Wildtieren sind im Burgenland Rehe (Zahl der Wildtiere, die im Jahr 2015 im Burgenland im Straßenverkehr umkamen)

Rehe: 3.596

Hasen und Wildkaninchen: 2.981

Fasane: 849

Füchse: 265

Marder: 224

Schwarzwild: 108

Rebhühner: 80

Wiesel: 78

Dachse: 77

Iltisse: 66

Rotwild: 29

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2016