Erstellt am 13. Oktober 2010, 14:21

20,3 Prozent weniger Einbrüche. MEHR SICHERHEIT / Burgenlandweit gingen die Delikte im ersten Halbjahr im Vergleich zu 2009 zurück.

Die Kriminalstatistik für das erste Halbjahr 2010 zeigt ein erfreuliches Bild: Burgenlandweit sind die Einbruchsdiebstähle im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 20,3 Prozent zurückgegangen. Erhardt Aminger, burgenländischer Sicherheitsdirektor, führt dies vor allem auf einen Mix aus verschiedenen Maßnahmen zurück. „Es gibt verstärkte Schwerpunktaktionen, spezielle bezirksweite Aktionen und außerdem wurde die Außendienstpräsenz seit dem Frühjahr erhöht“, erklärt Aminger.

Er sieht das Burgenland als klassisches Transit-Bundesland, hausgemachte Kriminalität gebe es wenig. Wenn etwa Diebesgut aus anderen Bundesländern im Burgenland aufgegriffen werde, so schlüge sich das auch in der Kriminalstatistik des Landes nieder. Aminger betont außerdem, dass kein Bezirk unter der durchschnittlichen Aufklärungsquote Österreichs liegt.

Zweitbeste Aufklärungsquote im Österreichschnitt
„Im Burgenland haben wir die zweitbeste Aufklärungsquote bundesweit“, erklärt Michael Palkovits, der interimistische Leiter der Abteilung 1 für Sicherheits- und Kriminalpolizei bei der Sicherheitsdirektion Burgenland. Diese Quote beträgt für das erste Halbjahr 2010 51,7 Prozent, im Jahr 2009 betrug sie im gleichen Zeitraum 51,9 Prozent.
Die Kriminalstatistik für das erste Halbjahr zeigt außerdem, dass es den prozentuell stärksten Anstieg an Einbruchsdiebstählen im Bezirk Jennersdorf gab. Von Jänner bis Juni 2009 gab es 8 Delikte, im heurigen Jahr waren es in diesem Zeitraum 25 - das entspricht 212,5 Prozent. „Das ist ein statistischer Wert, wo man sich auch die absoluten Zahlen anschauen muss. In Jennersdorf gab es eine Einbruchsserie, die sich so zu Buche geschlagen hat. Allerdings ist dort auch die Aufklärungsquote gestiegen“, so Aminger über die hohen Werte in der Statistik.

Zwei Drittel der Delikte passieren im Norden
Burgenlandweit gesehen passieren zwei Drittel der Delikte im Nordburgenland. „Einbruchsdiebstähle und Eigentumsdelikte geschehen vorwiegend dort, wo es Infrastruktur gibt, wie etwa hochrangige Straßen“, erklärt Aminger diese Häufung im Nordburgenland. Im Bezirk Neusiedl passierten mit 132 Delikten im ersten Halbjahr 2010 die meisten im Land. „Dort gibt es ein gut ausgebautes Straßennetz mit der A4, der A6 und der B50. Zusätzlich sind im Bezirk Neusiedl auch das Outletcenter sowie Cluster von Lebensmittelgeschäften ein Anziehungspunkt“, so der Sicherheitsdirektor. „Der Bezirk liegt auch an der Einzugsschneise von Nickelsdorf nach Wien“, führt er weiter aus.

Kriminalität ändert sich je nach Jahreszeit
Ähnlich sieht das auch der stellvertretende Bezirkspolizeikommandant aus Neusiedl, Bernhard Griensteidl. Die Nähe zu den Großstädten Wien und Bratislava sei ein Faktor, genauso wie die Tatsache, dass im Bezirk Neusiedl viele Touristen Urlaub machen. „Wir stellen uns immer auf die aktuelle Lage ein. Im Sommer ist die Kriminalität eine andere, es gibt mehr Touristen und daher auch Delikte wie Fahrraddiebstähle, im Winter sind es unter anderem Dämmerungseinbrüche.“ Der Rückgang von 31,6 Prozent zum Vergleichszeitraum im Vorjahr zeige außerdem, dass die Maßnahmen sehr gut gegriffen hätten, so Griensteidl. In diese Kerbe schlägt auch Martin Huber, der Bezirkshauptmann von Neusiedl. „Daran sieht man die gute Arbeit von Polizei und Bundesheer“, so Huber. Jeden Montag findet eine Lagebesprechung mit Vertretern dieser Organisationen statt, um die aktuelle Situation zu analysieren und die Arbeit darauf abzustimmen.

Auch der Neusiedler Bezirkshauptmann sieht in der gut ausgebauten Straßeninfrastruktur einen der Hauptgründe für die hohen Zahlen bei den Einbruchsdiebstählen. „Außerdem sind wir der größte Bezirk mit den meisten Einwohnern, und wir haben zusätzlich eine Reisebewegung von 50 Millionen Menschen“, so Huber.