Erstellt am 27. September 2016, 12:20

Autoteile aus Fahrzeugen gestohlen: 27 Monate Haft. Weil er zusammen mit Komplizen im Burgenland in den vergangenen Jahren an mehreren Pkw-Einbrüchen beteiligt gewesen sein soll, bei denen wertvolle Autoteile gestohlen wurden, ist am Dienstag ein 32-jähriger Ungar in Eisenstadt vor Gericht gestanden.

 |  APA (Archiv)

Richter Wolfgang Rauter sprach ihn wegen gewerbsmäßig schweren Diebstahls schuldig. Das Urteil - 27 Monate unbedingt - ist nicht rechtskräftig.

Die Anklage warf dem 32-Jährigen insgesamt 20 vollendete und fünf versuchte Einbrüche vor, die in den Jahren 2011 und 2015 verübt worden waren. Im Mai 2011 wurden in Rust bei zwei BMW die Seitenscheiben eingeschlagen und ein Airbag, ein Navi sowie die vorderen Scheinwerfer und ein Multifunktionslenkrad ausgebaut und gestohlen.

Im Jänner und im März 2015 war ein Autohaus in St. Michael (Bezirk Güssing) Tatort. Insgesamt 18 Autos wurden aufgebrochen, bei fünf weiteren blieb es beim Versuch.

"Ich weiß, ich habe einen Fehler begangen"

Der Angeklagte bekannte sich vor Gericht lediglich der Beteiligung an einem Diebstahl am 28. März 2015 schuldig. "Trotz Aufenthaltsverbot kommen sie nach Österreich?" fragte ihn der Richter. "Ja, ich weiß, ich habe einen Fehler begangen", räumte der Ungar ein.

Zu den Pkw-Einbrüchen aus dem Jahr 2011 wollte Richter Rauter wissen, wie sich der Angeklagte erkläre, dass sein Mobiltelefon in der Tatnacht in Mörbisch eingeloggt gewesen sei. "Dazu kann ich ehrlich gesagt nichts sagen", meinte dieser. Der Staatsanwalt fragte nach dem Grund für die insgesamt vier Telefonate, die der 32-Jährige in der Tatnacht zwischen 4.18 und 4.30 Uhr mit einem Komplizen geführt haben soll.

Im Prozess wurde ein bereits verurteilter mutmaßlicher Komplize des Angeklagten befragt, ob er sich erinnern könne, wer bei den Autoeinbrüchen in Rust dabei gewesen sei. "Ich habe keine Ahnung, das liegt schon mehrere Jahre zurück", ließ er das Gericht wissen. "Was ich mit Sicherheit sagen kann: Er war es nicht", meinte er im Hinblick auf den Angeklagten. "Ich halte ihm vor, dass ich das schlicht und einfach nicht glaube", entgegnete der Richter.

Ermittler widerlegten Aussage des 32-Jährigen

Schließlich bestritt der 32-Jährige, dass das Handy, dessen Rufdaten in Mörbisch erfasst worden waren, ihm gehöre. Dies widerlegte jedoch ein Ermittler. Der Beamte führte mehrere Telefonate mit ungarischen Kollegen und erhielt binnen weniger Minuten die Auskunft, dass der Angeklagte bei einer Vernehmung in Ungarn 2011 die fragliche Rufnummer als seine eigene genannt habe.

Der 32-Jährige sei bei beiden Einbrüchen - 2011 und 2015 - "zweifelsfrei" als Mittäter involviert gewesen, stellte der Staatsanwalt fest und forderte einen Schuldspruch. Die Verteidigerin sah hingegen nur eine Beteiligung an der ohnehin gestandenen Tat als gegeben an und bat um ein mildes Urteil.

Der Angeklagte profitierte beim Urteil von einer Änderung im Strafrecht, wodurch sich für ihn die mögliche Höchststrafe von zehn auf fünf Jahre reduzierte. Nach der alten Gesetzeslage hätte er aufgrund des teilweise fehlenden Geständnisses nicht 27 Monate, sondern vier Jahre ausgefasst, stellte der Richter in seiner Urteilsbegründung fest. Der 32-Jährige legte Berufung ein, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.