Erstellt am 17. Mai 2013, 15:41

500.000 Euro Schaden: Zehnköpfige Bande geschnappt. Ungarische und österreichische Polizisten haben eine zehnköpfige mutmaßliche Diebesbande aus Ungarn geschnappt, die im vergangenen Jahr in 17 Kfz-Werkstätten in Österreich eingebrochen sein soll.

 |  NOEN, Landespolizeidirektion Burgenland
Dadurch soll sie einen Schaden von rund 500.000 Euro angerichtet haben.

Vier Personen wurden bereits im Februar zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, den übrigen Männern wird der Prozess in den nächsten Monaten gemacht, teilte Wolfgang Holzmann von der Kriminalgruppe der Polizei in Jennersdorf am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit.

Im Mai 2012 klickten für den ersten mutmaßlichen Täter bei einem Einbruch in Oberwart die Handschellen. Danach folgten weitere Festnahmen, bis schließlich am 16. Juli der sogenannte "Kopf" der Bande festgenommen werden konnte. Gestohlen wurden Autoreifen und Felgen. Unterstützung erhielten die burgenländischen Ermittler unter anderem vom ungarischen Oberstleutnant Gabor Gabriel, der Kontakt zu einer Person herstellen konnte, die wiederum eine Verbindung zur Tätergruppe hatte, erläuterte Holzmann.

Bande habe "wie Firma agiert" und in drei Gruppen gearbeitet

Die Bande habe zunächst aus sieben, später aus zehn Personen bestanden, habe "wie eine Firma agiert" und sei sehr gut organisiert gewesen. Gearbeitet wurde in drei Gruppen. Ein Team beobachtete die Grenze, ein zweites war für die Auskundschaftung und Beobachtung des Tatobjekts sowie für die Tatausführung zuständig. Das dritte Team erledigte den Abtransport des Diebesgutes.

Meistens dauerte eine Aktion der Bande viele Stunden, fünf bis sechs Stunden seien keine Seltenheit gewesen. Das habe es für die Ermittler sehr schwer gemacht, da immer die Gefahr bestanden habe, "dass wir zu früh einschreiten", sagte Holzmann.

Vorgehen mit "Brachialgewalt": Schranken einfach durchfahren

Bei ihren Einbrüchen in die Kfz-Werkstätten - zwei im Burgenland, zehn in der Steiermark, vier in Nieder- sowie ein Einbruch in Oberösterreich - sollen die Verdächtigen mit "Brachialgewalt" vorgegangen sein. Beispielsweise hätten sie Schranken nicht aufgebrochen sondern seien einfach mit einem Wagen durchgefahren.

Die Polizei geht davon aus, dass in den nächsten Wochen weitere Einbrüche - insgesamt etwa 30 - geklärt werden können, so der stellvertretende Landespolizeidirektor Generalmajor Werner Fasching. Zum Diebesgut erklärte Holzmann: "Wir haben Hinweise und es gibt natürlich Namen, wer das Diebesgut gekauft hat." Insgesamt wurde bei den Festnahmen durch die Beamten aus Österreich und Ungarn Diebesgut im Wert von 80.000 Euro sichergestellt.

Die Bandenmitglieder sollen laut Exekutive bereits in Ungarn Straftaten begangen haben. Ein Großteil habe sich im Gefängnis in Ungarn kennengelernt. Mit dem Erlös der Einbrüche haben sich die Verdächtigen ihr Leben finanziert.