Erstellt am 19. Februar 2012, 13:25

73 Stunden in acht Tagen am Steuer: Sattelzug gestoppt. Einen Sattelzug, dessen Fahrer auf einer achttägigen Tour quer durch Europa viel zu kurze Pausen eingelegt hat, haben Polizisten am Samstag im Burgenland gestoppt.

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Der Lkw war von der Türkei nach Holland und wieder zurück unterwegs. Auf dem Rückweg hielten Beamten der Landesverkehrsabteilung den türkischen Lenker an. Der Mann war insgesamt 73 Stunden hinterm Steuer gesessen. Erlaubt seien jedoch in einer Woche maximal 56 Stunden, so ein Polizist am Sonntag.

Die Polizisten zogen den Sattelschlepper in Neusiedl am See zwecks Kontrolle aus dem Verkehr. Der Lenker wirkte sichtlich mitgenommen: "Er war stark übermüdet. Das hat man ihm angesehen, dass das wirklich zu viel war für ihn", schilderte der Beamte: "Er ist gefahren ohne die Fahrerkarte, die er benötigt hätte." Auf der Karte werden die Lenk- und Ruhezeiten dokumentiert. Daraufhin sahen sich die Polizisten das im Fahrzeug eingebaute digitale Kontrollgerät genauer an, welches die Daten für die zurückliegenden acht Tage speichert: "In der Zeit ist er von der Türkei nach Holland zur Beladung und wieder retour gefahren."

Der Lenker hatte seine Fahrt am Samstag vor einer Woche angetreten. Er habe zwar manchmal drei- bis vierstündige Stopps eingelegt: "Das gilt nicht als Ruhezeit", erläuterte der Beamte. Denn die vorgeschriebene Tagesruhezeit betrage täglich mindestens neun Stunden. "Alles in allem war er 73 Stunden unterwegs, ohne die täglichen Ruhezeiten und die Fahrtunterbrechungen eingehalten zu haben."

Die Polizisten verlangten von dem Lkw-Fahrer eine Sicherheitsleistung. Außerdem muss er mit einer Anzeige rechnen. Der Sattelzug wurde abgestellt, damit der Lenker seine vorgeschriebene Pause einlegen konnte. "Er steht sowieso noch immer bis 22 Uhr aufgrund der Ladung", hieß es von der Polizei am Sonntag. Denn der Transport fällt unter das Wochenendfahrverbot.