Erstellt am 04. Januar 2012, 00:00

81-Jähriger schlug Sohn. FAMILIENSTREIT / Wegen irrtümlich übertragener Urbarial-Anteile schwelt in einer Familie im Bezirk Neusiedl ein Streit.

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BEZIRK NEUSIEDL AM SEE / Mit den Worten „Auße! Auße! I bring di um!“ soll ein 81-jähriger Pensionist am 24. September 2011 auf seinen Sohn losgegangen sein. Mit einer Eisenstange soll er ihn geschlagen und ihm Abschürfungen und Striemen an Rücken und Armen zugefügt haben.

Vorige Woche musste sich der Pensionist wegen dieses Vorfalls vor Gericht verantworten. „Ich habe aus Notwehr gehandelt“, bekannte er sich nicht schuldig. „Es tut mir leid, dass ich ihn verletzt habe.“ Er sei im Zuge einer Auseinandersetzung in der Küche vom Sohn gegen den Esstisch gedrückt worden, habe den Stab ergriffen und auf den Sohn eingeschlagen. Seit mehreren Jahren schwelt zwischen Vater und Sohn ein Streit. Im Jahr 2000 schenkten die Eltern dem Sohn das Obergeschoß ihres Hauses. Dabei wurden irrtümlich – aber mittlerweile rechtskräftig – auch Urbarial-Anteile mitübertragen.

Sohn darf Wohnbereich des  Vaters nicht betreten

Der Rechtsstreit überschattet das Familienleben. Der Vater verbot dem Sohn, seinen Wohnbereich zu betreten. „Ich habe es geduldet, dass er hinunter kam, wenn ich nicht daheim war“, erklärte der Angeklagte. „Meine Gattin hält 120-prozentig zu meinem Sohn“, stellte er klar. Am 24. September hatte sie für ihren Sohn und seine Familie ein Gulasch gekocht, danach habe sie sich zum Mittagsschlaf niedergelegt. Erst später kam der Hausherr heim. „Er ist mir nachgelaufen. Im Gang nahm er die Rute aus dem Schirmständer, ich stolperte und er hat auf mich eingedroschen“, schilderte der Sohn den Zwischenfall. Erst am Abend habe er die Schmerzen gespürt, daher sei er erst am nächsten Tag ins AKH gegangen. „Drei Wochen lang konnte ich nicht am Rücken liegen“, erklärte der Sohn vor Gericht. Der Prozess wurde vertagt, weil der zweite Sohn des Pensionisten und dessen Gattin befragt werden sollen.