Erstellt am 17. September 2015, 13:42

von APA Red

A4-Drama: Entscheidung über Auslieferung erneut vertagt. Das Bezirksgericht in der nordwestbulgarischen Stadt Montana hat die Entscheidung über die Auslieferung eines Lkw-Lenkers, in dessen Laster auf der Ostautobahn (A4) 71 Flüchtlinge gestorben sind, erneut vertagt.

Nach dem Flüchtlingsdrama wurden mehrere Männer verhaftet  |  NOEN, APA (Oczeret)
Darüber soll nunmehr am 24. September befunden werden, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Lilia Jordanowa, am Donnerstag der APA.

Dieses Mal liege der Grund für die Verschiebung bei der österreichischen Seite, berichtete die Sprecherin: Die österreichischen Behörden hätten eine Vertagung beantragt, um weitere internationale Gespräche abzuwarten.

Strafverfahren von Spezialanwaltschaft vom Tisch?

Dass auch die bulgarische Spezialanwaltschaft, die für schwere Verbrechen zuständig ist, ein Strafverfahren gegen den 32-Jährigen einleiten werde, ist hingegen offenbar vom Tisch. Der Beschuldigte, der einer von mutmaßlich drei Männern sein soll, die den Kühl-Laster gelenkt hatten, bleibe weiterhin in Untersuchungshaft, sagte Jordanowa.

Die bulgarische Justiz wirft dem Mann vor, den Lkw zumindest auf einem Teil der Strecke zwischen Ungarn und Österreich gesteuert zu haben. Laut bulgarischer Staatsanwaltschaft muss sich der Verdächtige wegen Beteiligung an einem kriminellen Schlepperring und fahrlässiger Tötung in 71 Fällen verantworten.

Der Kühl-Lkw mit den 71 toten Flüchtlingen war von den Schleppern in einer Pannenbucht bei Parndorf (Bezirk Neusiedl am See) abgestellt und am 27. August entdeckt worden. Seither wurden mehrere Verdächtige, vor allem in Ungarn, inhaftiert.

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