Erstellt am 26. September 2011, 17:58

Anonymous stellte Daten von 25.000 Polizisten online. Der Österreich-Ableger der Internet-Aktivisten-Gruppe Anonymous, AnonAustria, hat am Montag die Daten von rund 25.000 Polizisten ins Netz gestellt.

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 Laut dem Innenministerium stammen die Daten von einem polizeinahen Verein. AnonAustria behauptete via ihres Twitter-Accounts, dass ihnen die Daten zugespielt worden sind. Die Behörden ermittelten gegen Mittag "auf Hochdruck".

Von den Polizisten wurden deren voller Name, Wohnadresse und Geburtsdatum veröffentlicht. "Es hat doch niemand was zu verbergen, oder?", kommentierte AnonAustria hämisch. Die Gruppe stellte zudem in Abrede, dass sie die betroffene Seite gehackt hätte. Die Daten seien ihnen vielmehr "zugänglich gemacht" worden.

Kritik kam umgehend von der FPÖ. Als "unglaublichen Skandal" bezeichnete der stellvertretende Vorsitzende des Datenschutzrates und Bundesvorsitzende der AUF, Werner Herbert, die Veröffentlichung der Daten. "Egal, ob die Gruppe Anonymous durch einen Internet-Angriff oder - wie von ihr selbst behauptet - aus internen Kreisen des Innenministeriums in den Besitz dieser Daten gekommen ist: Dieser Skandal muss umgehend und umfassend aufgearbeitet werden. Die Schuldigen müssen zur Rechenschaft gezogen werden", fordert Herbert. Die Veröffentlichung ließe für die Vorratsdatenspeicherung Schlimmstes befürchten.

Es ist nicht das erste Mal, dass Anonymus in Österreich zugeschlagen hat. Die SPÖ wurde ebenso gehackt wie die Grünen, die FPÖ und die GIS. Für die Behörden ist die Aufklärungsarbeit schwierig. Anonymous versteht sich nicht als Gruppe mit entsprechenden hierarchischen Strukturen, sondern als loses Netzwerk bei dem jeder mitmachen kann, der über entsprechendes Wissen verfügt.