Erstellt am 21. Oktober 2013, 10:17

Arbeiter von Hochschaubahn erfasst. Zu einem schweren Arbeitsunfall ist es am Sonntagnachmittag im Family-Park Neusiedler See in St. Margarethen gekommen.

APA15214540-2 - 21102013 - ST. MARGARETHEN - …STERREICH: ZU APA-TEXT CI - Die Hochschaubahn im Family-Park Neusiedler See bei der es am Sonntag, 20. Oktober 2013, in St. Margarethen im Burgenland zu einem Arbeitsunfall kam. Ein 39-jŠhriger Mitarbeiter wollte die Kappe eines Gastes von den Gleisen aufheben und wurde von einen herannahenden Zug erfasst und schwer verletzt .+++ WIR WEISEN AUSDR†CKLICH DARAUF HIN, DASS EINE VERWENDUNG DES BILDES AUS MEDIEN- UND/ODER URHEBERRECHTLICHEN GR†NDEN AUSSCHLIESSLICH IM ZUSAMMENHANG MIT DEM ANGEF†HRTEN ZWECK ERFOLGEN DARF - VOLLST€NDIGE COPYRIGHTNENNUNG VERPFLICHTEND +++ APA-FOTO: LPD BURGENLAND  |  NOEN, LPD BURGENLAND (APA)
Ein 49-jähriger Mann ist von einer Hochschaubahn "Götterblitz" erfasst worden. Er erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen, berichtete die Landespolizeidirektion Burgenland am Sonntag.

Der Mitarbeiter des Hochschaubahn-Betreibers wollte die Kappe eines Fahrgastes aufheben, die auf die Gleise gefallen war. Dazu überkletterte er die Absperrung. Der heranbrausende Zug erfasste den Mann und fügte ihm schwerste Verletzungen zu. Der 39-Jährige wurde mit dem Notarzthubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Auch das Arbeitsinspektorat wurde eingeschaltet, so die Polizei.

Verletzter in kritischem Zustand

Laut AKH befindet sich der 49-jährige weiter in kritischem Zustand. Geschäftsleitung und Mitarbeiter zeigten sich über das Unglück, das sich knapp vor Saisonende ereignete, betroffen. Die Anlage wurde inzwischen wieder für den Betrieb freigegeben, da von technischer Seite her keine Einwände bestanden.

Warum sich der 49-Jährige am Sonntag während des Bahnbetriebes in den abgesperrten Bereich begab, obwohl dies ausdrücklich verboten war, blieb auch am Montag ein Rätsel. Der Fahrtwind hatte laut Polizei vermutlich einem Gast die Mütze vom Kopf gerissen, die daraufhin im abgesperrten Areal landete. Doch auch in solchen Fällen sei es erst nach Betriebsschluss erlaubt, das mit einem Zaun gesicherte Gelände zu betreten, hieß es am Montag auf Anfrage. Als der Mitarbeiter die Kopfbedeckung holen wollte, bemerkte er nicht, dass sich ein Zug näherte und wurde von der Garnitur erfasst.

Der 49-Jährige, der lebensgefährliche Verletzungen erlitten hatte, war ins Wiener AKH geflogen worden und wurde laut Polizei in Tiefschlaf versetzt. Der Patient befinde sich auf der Intensivstation und sei laut AKH "in kritischem, aber stabilen Zustand."

Erfahrenster Mitarbeiter in diesem Bereich

"Der Mitarbeiter ist schon seit circa fünf Jahren bei uns im Betrieb", sagte Familypark-Geschäftsführerin Ulrike Müller. Er betreue die Hochschaubahn und sei der erfahrenste Mitarbeiter in diesem Bereich: "Darum sind wir auch sehr betroffen und bestürzt, die Geschäftsleitung und das gesamte Team, dass gerade ihm so ein Fehler passiert ist."

Montagvormittag wurde in einer Besprechung versucht, das Geschehende aufzuarbeiten. Der Betrieb werde noch am Montag wieder aufgenommen - "natürlich nicht mit dem Spaß und der Freude von unserem Personal her, weil dieser Schock allen in den Knochen sitzt", meinte Müller. 2012 kamen über 400.000 Besucher in den Familypark, diese Zahl werde man auch heuer wieder erreichen. Der Park - früher als Märchenwald bekannt - sei seit 45 Jahren in Betrieb, bisher habe es Gott sei Dank keine Unfälle und keine Verletzungen gegeben, so Müller.

Anlage technisch einwandfrei

Vom technischen Standpunkt her gebe es gegen einen Betrieb der Hochschaubahn "keine Einwände", hieß es vom Arbeitsinspektorat in Eisenstadt. Die Anlage, die der Betreiber von sich aus abgestellt habe, sei freigegeben. Im Lauf des Montags sollten noch Dokumente zur Einsichtnahme nachgereicht werden, wo es unter anderem um die Unterweisungen für die Mitarbeiter gehe.

Der "Götterblitz" wurde 2007 in Betrieb genommen. Die aus Stahl gefertigte Achterbahn ist nach Angaben des Familypark 480 Meter lang und 16,5 Meter hoch. Der Betrieb ist mit ein oder zwei Zügen möglich, eine Garnitur hat ein Gewicht von etwa fünf Tonnen und fasst 18 Personen. Während der Fahrt werden Geschwindigkeiten von 50 bis 55 km/h erreicht. Die Anlage ist komplett elektronisch überwacht und in einzelne Bereiche unterteilt. Sie wird jährlich von einem Zivilingenieur für Maschinenbau geprüft und freigegeben.