Erstellt am 15. Juli 2011, 15:32

Auch Landeshymnen-Texte unter Beobachtung. Die Ergänzung der Bundeshymne um die "Töchter" ist paktiert, nun werden auch die Landeshymnen diskutiert. Allerdings nur manche, denn die wenigsten enthalten überhaupt "heikle" Textstellen, durch die sich Frauen diskriminiert fühlen könnten.

Wien erspart sich solche Überlegungen überhaupt, denn die Bundeshauptstadt verfügt über gar keine offizielle Landeshymne.

Für eine frauenfreundliche Textänderung der Salzburger Landeshymne trat die SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Ingrid Riezler ein. Der Beginn der ersten Strophe "Land unsrer Väter" gehöre "dringend" in "Land unsrer Eltern" geändert, schlug Riezler vor. Für eine Änderung zeigte sich hier auch die ÖVP-Landesfrauenvorsitzende Brigitta Pallauf aufgeschlossen.

Zur burgenländischen Landeshymne - deren dritte Strophe mit "Mein Heimatvolk, mein Heimatland! Mit Öst'reichs Länderbunde hält dich verknüpft das Bruderband schon manche gute Stunde" beginnt - meinte Frauenlandesrätin Verena Dunst: "Es wird darüber Gespräche geben." In Oberösterreich gibt es eine lauwarme Diskussion um eine Änderung beim Text der Landeshymne aus der Feder des Innviertler Mundartdichters Franz Stelzhamer.

Konkret geht es um eine Formulierung in der ersten Strophe "Hoamatland, di han ich so gern! Wiar a Kinderl sei Muader, a Hünderl sein Herrn". Während Landeshauptmann Pühringer darauf hinweist, dass der Text nicht abgeändert werden könne, weil er in Mundart ist, kann sich die SPÖ-Frauensprecherin Sonja Ablinger einen Ideenwettbewerb für eine Änderung vorstellen.

Landeshauptmann Sausgruber hingegen schließt eine Änderung der Vorarlberger Landeshymne aus. Der Tiroler Landeschef Platter stieß in diesselbe Kerbe: "Die Tiroler Landeshymne wird sicherlich nicht abgeändert." Es gebe im Land wichtigere Themen und Herausforderungen zu bewältigen. Die steirische, niederösterreichsiche und die kärntnerische Landeshymne enthält keine Stellen, durch die sich Frauen sprachlich diskriminiert fühlen könnten.