Erstellt am 11. April 2012, 12:47

Ausbildungsgarantie verbessert Jobchancen junger Burgenländer. Die aktuelle überbetriebliche und integrative Berufsausbildung ist ein wertvolles Instrument, um Jugendlichen den Weg ins Erwerbsleben zu erleichtern, geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie hervor.

Sie untersuchte 217 Qualifizierungsangebote für Jugendliche ohne Job im Burgenland auf ihren Nutzen. Betrachtet wurden dabei Maßnahmen im Rahmen der Ausbildungsgarantie in den Jahren 2004 bis 2011. Studienautor ist Roland Löffler vom Österreichischen Institut für Berufsbildungsforschung (ÖIBF).
 
Seit 1998 werden im Burgenland Ausbildungsprogramme für Jugendliche ohne Job unterstützt. Ab dem Jahr 2000 wurden die Programme dem Arbeitsmarktservice (AMS) überantwortet. 2008 wurde das System im Hinblick auf die Ausbildungsgarantie für Jugendliche reformiert. Unter die Lupe genommen wurden auch sieben Trägereinrichtungen - BFI, WIFI, Dialog, BUZ Neutal, Jugend am Werk, ibis acam und ABC.
 
Der Anteil jener Jugendlichen, die in Beschäftigung oder in einer Lehre sind, steigt nach der Teilnahme stark an, so das Resümee. 24 Monate nach der Ausbildungsmaßnahme befanden sich über 50 Prozent der Teilnehmer in Beschäftigung oder in einer Lehre. Ein Drittel nahm an weiteren Schulungen Teil, erläuterte Löffler.
 
Kursausschlüsse gebe es weniger als fünf Prozent. Im Bundesländervergleich sei dieser Wert besonders niedrig. Rund zehn Prozent der Teilnehmer verließen die Maßnahmen vorzeitig. Österreichweit liege dieser Wert bei 15 bis 20 Prozent. Es habe sich gezeigt, dass Unternehmen oft durch Betriebspraktika ermutigt würden, Lehrlinge aufzunehmen.
 
Jugendliche würden auch nicht darauf warten, "dass der Arbeitsmarkt sie abholt." Drei Viertel der Befragten gaben an, schon vor der Teilnahme an einer Maßnahme aktiv eine Lehrstelle gesucht zu haben. Die Intensität sei unterschiedlich: "In der Regel werden fünf bis 20 Bewerbungen abgeschickt." Manchmal seien es auch bis zu 100.
 
Auf einer vierteiligen Skala bewerteten die Teilnehmer die Kursmaßnahmen im Schnitt mit der Durchschnittsnote 1,72. "Das einzige, mit dem die Jugendlichen nicht so ganz zufrieden sind, ist die Höhe der Ausbildungsentschädigung, weil die in der Regel unter der Lehrlingsentschädigung liegt", so Löffler. Befragt wurden auch die ausbildenden Betriebe: Die Mehrheit der Unternehmen habe Praktikanten auf Lehrstellen übernommen. Defizite gebe es laut Rückmeldungen von den Firmen am ehesten im Bereich schulischer Grundkompetenzen wie Schreiben und Grundrechnungsarten.
 
Rund 40 Mio. Euro wurden vom Land und dem AMS in den vergangenen zehn Jahren in die Ausbildung junger Burgenländer investiert, berichtete Soziallandesrat Peter Rezar (S). "Die Ausbildungsgarantie ist alternativlos", meinte AMS-Landesgeschäftsführerin Helene Sengstbratl. Das AMS Burgenland habe 2012 rund 5,9 Mio. Euro der Gesamtmittel im Ausmaß von 33 Mio. Euro in diesen Bereich investiert.