Erstellt am 20. Juni 2013, 11:07

Bankmitarbeiter veruntreute 70.000 Euro - 18 Monate bedingt. Weil er über einen Zeitraum von vier Jahren hinweg insgesamt 70.000 Euro veruntreut hat, ist ein 33-jähriger ehemaliger Raiffeisen-Bankmitarbeiter am Donnerstag in Eisenstadt vor Gericht gestanden.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, Erwin Wodicka
Der Burgenländer hatte beim Befüllen von Bankomaten mehrfach Geld abgezweigt. Ein Schöffensenat verurteilte ihn dafür zu 18 Monaten bedingter Haft sowie 1.800 Euro Geldstrafe. Das Urteil ist rechtskräftig.

Die Malversationen hätten 2009 begonnen, als der Angeklagte, der auch in der Kommunalpolitik tätig war, eine Kreditkartenrechnung begleichen musste, so Erste Staatsanwältin Theresia Schneider-Ponholzer. Der 33-Jährige, der damals in einer Raiffeisen-Filiale im Bezirk Eisenstadt-Umgebung arbeitete, habe laut Anklage in weiterer Folge beim Befüllen des Bankomaten durchschnittlich einmal im Monat Geld entnommen, dieses in die Hauptkasse gelegt und den Betrag dann auf sein Girokonto umgebucht.

Als er im November 2011 in eine Filiale im Bezirk Mattersburg wechselte, habe das Minus bereits 47.000 Euro betragen. Damit die Malversationen damals nicht aufflogen, buchte er unter anderem vorübergehend Geld von einem ÖVP-Konto ab, das er später wieder ausglich. Im Februar 2013 - mittlerweile fehlten 70.000 Euro - feuerte die Bank den Mitarbeiter.

Der 33-Jährige hatte schon bei den Befragungen durch die Polizei gestanden und zeigte sich auch vor dem Schöffensenat reuig: "Im Nachhinein war das der größte Fehler meines Lebens, den ich da gemacht habe."

"Warum sind sie mit dem Geld nicht ausgekommen?", fragte ihn die Vorsitzende Karin Knöchl. "Ich war immer der Meinung, ich kann das später wieder ausgleichen", antwortete der Burgenländer. Doch irgendwann habe er den Überblick verloren. Im Zuge seiner kommunalpolitischen Tätigkeit habe er auch größere Sachpreise vergeben und Runden gezahlt, erzählte der Angeklagte. Den Schaden für die Bank habe er bereits zur Gänze beglichen, indem er gemeinsam mit seinen Eltern einen Kredit aufnahm.

Die Bestrafung werde so auszufallen haben, "dass er es auch spürt, weil das ist ein Vertrauensbruch gegenüber dem Arbeitgeber gewesen", erklärte die Staatsanwältin in ihrem Schlussplädoyer. Dem Angeklagten tue die Tat sehr leid: "Ich glaube nicht, dass es einer unbedingten Freiheitsstrafe bedarf, um ihn in Zukunft von derartigen Straftaten abzuhalten", meinte sein Verteidiger. Der 33-Jährige habe auch bereits wieder einen Job in Aussicht.

Der Schöffensenat sah dies ähnlich: "Es ist kein Bagatelldelikt", stellte die Richterin fest. Es sei jedoch ein Ausnahmefall, dass der Angeklagte reumütig geständig sowie bisher unbescholten sei und den Schaden bereits vor der Verhandlung gutgemacht habe. Als erschwerend wurden der lange Tatzeitraum und der Vertrauensbruch gegenüber dem Dienstgeber gewertet. Sowohl der Burgenländer als auch die Staatsanwältin verzichteten auf Rechtsmittel.