Erstellt am 12. Februar 2013, 12:00

"Bedaure diesen Schritt". Auch Burgenlands Kirche zeigt sich über Joseph Ratzingers Entschluss überrascht. Bischof Zsifkovics: „Ich zolle ihm meinen größten Respekt.“

 |  NOEN, Franz Baldauf
Es glich einem Paukenschlag, als Bendikt XVI. am Montag bekannt gab, aufgrund seines fortgeschrittenen Alters am 28. Februar als Papst zurückzutreten. Im Rahmen eines Konsistoriums verlas der scheidende Papst seine bewegenden Worte: „Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewissheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben“, hieß es in der Erklärung.

In der Kirchengeschichte trat bislang nur ein einziger Papst zurück: Coelestin V, der 1294 gewählt wurde und sein Amt nach wenigen Monaten aus Gewissensgründen niederlegte.
Bis Ostern soll nun ein neuer Papst gewählt werden. Das Konklave soll im März stattfinden.

Besonderer Bezug zu Menschen in Österreich

Während die Meldung aus Rom in Burgenlands Pfarren für Gesprächsstoff sorgte, erfuhr Bischof Ägidius Zsifkovics die Neuigkeiten am Montag während einer Pilgerreise im Heiligen Land und reagierte ebenfalls überrascht: „Ich bedauere diesen Schritt des Heiligen Vaters, hatte er doch als deutscher Papst immer einen besonderen Bezug zu den Menschen in Österreich. Gleichzeitig zolle ich meinen größten Respekt vor dieser Entscheidung, die er sicherlich nicht leichtfertig getroffen hat. Ich denke, dass es letztendlich doch schwerwiegende Gründe gewesen sind, die ihn zu diesem Schritt veranlasst haben“, ließ Bischof Zsifkovics in einer Aussendung verlauten.


Zitate:

„Diese Entscheidung zeigt auch, dass der Papst stets das Wohl der Gesamtkirche vor Augen hat.“
Bischof Ägidius Zsifkovics

„Ich verstehe den Entschluss und finde ihn sehr mutig. Es ist ja nicht in Stein gemeißelt, dass ein Papst bis zum Tod im Amt bleiben muss.“
Martin Korpitsch, Eisenstadts Propstpfarrer

„Zuerst dachte ich an einen Faschingsscherz. Die Entscheidung muss so hingenommen werden.“
Norbert Filipitsch, Jennersdorfs Stadtpfarrer

„In seiner Tätigkeit als Papst galt Benedikt XVI als eher traditionell, in dieser Hinsicht hat er sich als sehr offen bewiesen.“
Günther Kroiss, Mattersburgs Stadtpfarrer

„Ich habe höchsten Respekt vor so einer Persönlichkeit, die erkennt, dass es auch Grenzen gibt, und dass ihm die Kirche so wichtig ist.“
Karlheinz Mück, Pfarrer in Kobersdorf und Weppersdorf

„Warum sollte der Schritt nicht möglich sein, wenn auch Bischöfe mit 75 Jahren zurücktreten?“
Raphael Rindler, Güssings Stadtpfarrer