Erstellt am 04. Juli 2011, 15:26

Beisetzung in Kapzinergruft. Seine letzte Ruhestätte soll Otto Habsburg in Wien finden. Nach einem Requiem im Stephansdom am 16. Juli wird der Verstorbene in der Kapuzinergruft, der Kaisergruft der Habsburger, beigesetzt.

 |  NOEN
Otto Habsburg-Lothringen, ältester Sohn des 1918 entthronten letzten österreichischen Kaisers und ungarischen Königs Karl I. (IV.), ist tot. Der Ehrenpräsident der Internationalen Paneuropa-Union und ehemalige Alterspräsident des Europäischen Parlaments ist am Montag in den frühen Morgenstunden in seinem Haus in Pöcking am Starnberger See in Bayern im Alter von 98 Jahren verstorben. Er hatte von 1979 bis 1999 als Abgeordneter der bayerischen CSU dem Europaparlament angehört und besaß die deutsche, österreichische und ungarische Staatsbürgerschaft. Seit einem Treppensturz vor zwei Jahren war der ehemalige Kronprinz der österreichisch-ungarischen Monarchie gesundheitlich angeschlagen. Nach mehreren Requien findet die Beisetzung am 16. Juli in der Kaisergruft in Wien statt.

Seit dem Tod seiner Gemahlin Regina im Vorjahr verwitwet, ist Otto Habsburg nach Angaben einer Mitarbeiterin "friedlich eingeschlafen". Der Ehrenpräsident der Paneuropa-Union hinterlässt sieben Kinder, 22 Enkelkinder und zwei Urenkel. Chef des Hauses Habsburg ist sein ältester Sohn Karl Habsburg-Lothringen, der in Österreich lebt. Der Verstorbene war Träger zahlreicher hoher Auszeichnungen. Zuletzt hatte ihm der französische Präsident Nicolas Sarkozy das Großkreuz des Ordens der Ehrenlegion verliehen. Sein Sohn Karl erklärte zum Tod des ehemaligen Erzherzogs: "Mein Vater war eine überragende Persönlichkeit. Mit ihm verlieren wir einen großen Europäer, der uns in allem, was wir heute tun, über die Maßen geprägt hat."

Am 16. Juli wird der Verstorbene in der Kapuzinergruft, der Kaisergruft der Habsburger, beigesetzt. Auch seine im Februar 2010 verstorbene Frau Regina soll ihre letzte Ruhe in der Kapuzinergruft finden. Insgesamt sind für den Kaisersohn vier Requien geplant: Am Samstag in Pöcking, am kommenden Montag in München, am Mittwoch darauf im österreichischen Wallfahrtsort Mariazell und schließlich am Samstag in Wien. Im Anschluss daran werden beide Särge in der Kapuzinergruft beigesetzt.

Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer äußerte seine "aufrichtige Anteilnahme zum Tode ihres langjährigen Familienoberhauptes". Bundeskanzler Werner Faymann (S) zeigte sich "sehr betroffen". Und Kardinal Christoph Schönborn würdigte Habsburg als "großen Europäer von katholischer Weite". "Mit Otto Habsburg verlieren wir einen glühenden Europäer, meinte Vizekanzler Michael Spindelegger (V). Laut FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache "verliert Österreich einen großen Staatsmann", laut BZÖ-Obmann Josef Bucher einen "Kämpfer für Österreichs Unabhängigkeit und Freiheit".

Auch auf EU-Ebene wurde dem einstigen Europapolitiker nachgetrauert. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso würdigte den ehemaligen Alterspräsidenten des Europaparlaments als "einen großen Europäer". "Ganz Europa weint", meinte der ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, Othmar Karas. Der SPÖ-Europaabgeordnete Hannes Swoboda sagte, er habe Habsburg als sehr engagierten Kämpfer für Menschenrechte erlebt. Und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sprach von einer "charismatischen Persönlichkeit".

Auf dessen persönlicher Website http://www.ottovonhabsburg.org ist auch ein Online-Kondolenzbuch für Habsburg eröffnet worden.