Erstellt am 03. Dezember 2014, 17:42

Bundesheer im Einsatz gegen das Eis. Die Bezirkshauptmannschaft Mattersburg hat eine Assistenzanforderung an das Bundesheer gestellt.

 |  NOEN, HERBERT PFARRHOFER (APA)
In dem wegen der Gefahr durch vereiste Bäume abgeschnitten Ortsteil Forchtenstein-Rosalia hat sich die Lage zugespitzt. Da es auch für Feuerwehrfahrzeuge wegen der Gefahr durch vereiste Bäume kein Durchkommen mehr gab, schickte das Bundesheer zu Mittag einen Bergepanzer und einen Lkw. "Es wird noch schlechter, weil es kommt auch noch der Wind", sagte Bürgermeisterin Friederike Reismüller. Sie appellierte an die Bewohner, die Häuser möglichst nicht zu verlassen. Mehrere Bewohner der Rosalia hatten bereits bei Verwandten Unterschlupf gefunden.



Noch etwa 80 Personen hielten sich im Ortsteil auf. Die Eingeschlossenen wurden von der Feuerwehr kontaktiert und konnten Lebensmittel bestellen. Nachdem am Mittwoch die Gefahr durch vereiste Bäume nochmals zugenommen hatte, wurde das Bundesheer zur Assistenz angefordert: Mit einem Bergepanzer und einem verstärkten Kipper-Lkw brachten Soldaten und Feuerwehrleute am Nachmittag Lebensmittel zu den Bewohnern. Laut Polizei hat sich ein Mann verletzt, als er im Hof seines Hauses stürzte. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der Landespolizeidirektion Burgenland ist es noch zu "keinen groben Schäden" an Gebäuden gekommen.

Bergepanzer musste sich Weg freischneiden

Das Dröhnen des Motors war schon von weitem zu hören, als sich der Bergepanzer Greif der Heerestruppenschule den Weg durch den Wald in Richtung Rosalia bahnte. Auch das 320 PS-Kettenfahrzeug mit seinen 20 Tonnen Gewicht musste stellenweise Halt machen: Zweimal blockierten so dicke Bäume die Straße, dass man absitzen und die Stämme durchschneiden musste, schilderte Johannes Welles, der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Neustift-Rosalia. Dann erst konnte sie der Greif mit seinem Schild zur Seite schieben.

"Die Bäume hängen ziemlich kopflastig, und durch das viele Eis wird es gefährlich", beschrieb Offiziersstellvertreter Anton Schmidbauer die Situation an der L223: "Wenn jetzt noch der Wind dazukommt, dann ist es ganz tragisch."

Nachdem die Bäume beseitigt waren, war der Weg frei für den Lebensmitteltransport. Für die Bewohner wird das Warten auf besseres Wetter, das den Eisbelag an den Bäumen schmelzen und abfallen lässt, langsam zur Geduldsprobe. "Unruhig, beängstigend" beschrieb etwa Martina Bierbaumer, die auf der Rosalia lebt, die Stimmung: Alle paar Minuten höre man einen Baum zu Boden krachen. Inzwischen ist es finster geworden auf der noch immer in Nebel gehüllten Rosalia. Eine weitere Nacht, begleitet vom Geräusch zerberstenden Holzes, steht bevor.

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