Erstellt am 18. August 2015, 18:16

von APA/Red

Burgenländer in Ägypten in Haft - Hilferuf der Mutter. Seit November 2011 sitzt der Burgenländer Hannes F. in Ägypten im Gefängnis. Er wurde 2013 in Kairo zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil man ihm Waffenschmuggel zur Last legte - ein Vorwurf, den er bestritt.

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Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig. Seine Mutter Marlies F. wandte sich nun mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit, weil sie sich um ihren Sohn sorgt.

40 Personen in einer Zelle

"Er ist seit Samstag im Hungerstreik", so Marlies F. Im Gefängnis, in das ihr Sohn verlegt worden war, habe sich die Lage verschlimmert: In seiner Zelle, die normalerweise mit zwölf Mann belegt sei, befänden sich mittlerweile 40 Personen. Es sei auch schon zu tätlichen Übergriffen gekommen.

In der Zelle habe es tagsüber mindestens 45 Grad, Wasser- und Verpflegungsvorräte, die für ihn bestimmt gewesen waren, seien zerstört worden. Sie mache sich große Sorgen um Hannes F. : "Er kann nicht mehr. Mein Sohn ist am Ende." Ihren "Hilferuf" hat sie auch auf Facebook gepostet.

Hannes F. wird von der Botschaft betreut

Hannes F. werde wie alle im Ausland inhaftierten Österreicher von der Botschaft betreut, so der Sprecher des Außenministeriums, Martin Weiss. Pro Jahr gebe es im Ausland zwischen 400 und 500 österreichische Häftlinge, sie würden "betreut, so gut das möglich ist".

Hannes F. befinde sich in einem Gefängnis, in dem ausschließlich Ausländer inhaftiert seien. Die österreichische Botschaft bringe Hannes F. regelmäßig Lebensmittel, er werde fast jeden Monat einmal besucht. Aufgrund der Information über den Hungerstreik solle nun der Konsul denBurgenländer besuchen.

Verlegung nach Österreich gestaltet sich als schwierig

Derzeit seien zwei Dinge offen: Es laufe ein Gnadengesuch, außerdem bemühe man sich um eine Verlegung nach Österreich. Beides sei jedoch schwierig. "Es sind harte Haftbedingungen. Aber das gilt fast für alle österreichischen Häftlinge im Ausland", so Weiss.

Hannes F. war im November 2011 nach Ägypten gereist, um einen Schiffstransport zu bewachen. Mit vier Gewehren und 200 Schuss Munition, die beim Abflug deklariert worden seien, wurde er vom Zoll festgenommen. Von der Verhaftung bis zum Urteil verstrichen beinahe eineinhalb Jahre. Ihr Sohn sei seither immer wieder als "Piratenjäger" bezeichnet worden, so Marlies F.: "Mein Sohn war nie ein Piratenjäger, sondern Sicherheitspersonal auf Schiffen. Er war einfach engagiert als Sicherheitsdienst auf Schiffen, die durch den Golf von Aden fahren mussten."