Erstellt am 31. Oktober 2012, 09:24

Burgenländer seit einem Jahr in Kairo in U-Haft. Am 2. November 2011 ist ein 32-jähriger Burgenländer am Flughafen in Kairo festgenommen worden.

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Hannes F. hatte vier deklarierte Gewehre und 200 Schuss Munition im Gepäck. Der Grund: ein Auftrag für einen bewaffneten Schiffstransport. Hannes F. befindet sich seither in einem ägyptischen Gefängnis in Untersuchungshaft. Er wollte nur seine Arbeit erledigen, schilderte seine Ehefrau Lisa wenige Wochen nach der Festnahme.

"Es fällt schwer, die Emotionen in Worte zu fassen", antwortete Lisa F. auf die Frage, wie sie dieses Jahr empfunden habe. Der Boden sei ihr unter den Füßen weggezogen worden, erinnerte sie sich kurz vor "diesem fürchterlichen Jahrestag". "Anfangs war noch Hoffnung da, aber von Verhandlung zu Verhandlung ist diese Hoffnung immer kleiner geworden. Und irgendwann resigniert man einfach nur noch."

Bei den meisten Verhandlungen - am 27. November muss Hannes F. bereits zum zehnten Mal vor das Staatssicherheitsgericht in der ägyptischen Hauptstadt treten - war sie vor Ort, durfte ihren Mann sehen, mit ihm reden. Der 32-Jährige verlor seit seiner Festnahme fast 30 Kilogramm an Gewicht. Vor wenigen Wochen erkrankte er an einer Lungenentzündung. Noch immer sei er gesundheitlich sehr angeschlagen, erzählte die Ehefrau. "Ich mache mir große Sorgen um ihn - und das natürlich seit Beginn an, nicht erst seit er krank ist", erklärte sie.

Hannes F. wartet in Kairo mittlerweile nur noch auf eine Entscheidung bzw. ein Urteil. Das Beweisverfahren ist abgeschlossen, das Schlussplädoyer des Anwalts vorgetragen. Am 30. November hat der Burgenländer Geburtstag. Ein zweites Mal möchte er diesen nicht im Gefängnis feiern, sagte Lisa F. Sie wird beim nächsten, "hoffentlich entscheidenden" Gerichtstermin Ende November nicht in Kairo sein. Seit einem Jahr ist sie finanziell auf sich alleine gestellt. "Ich kann mir das einfach nicht leisten", bedauerte sie.