Erstellt am 29. Juli 2016, 11:28

Schlag gegen Drogenszene: Mehrere Dealer festgenommen. Ermittlungen gegen eine Gruppe mutmaßlicher Drogenhänder in Ostösterreich führten nun zu mehreren Festnahmen.

 |  APA (Symbolbild)

Im Zuge von umfangreichen Ermittlungen durch die Polizeiinspektion St. Michael im Burgenland in Kooperation mit der Landeskriminalamtsaußenstelle Oberwart konnte in Hartberg ein 53-jähriger Suchtmitteldealer ausgeforscht und festgenommen werden. Der aus Armenien stammende Mann soll mit seiner fünfköpfigen Tätergruppe, die ebenfalls festgenommen wurde, seit Juli 2014 Suchtmittelabhängige aus den Bezirken Güssing und Hartberg-Fürstenfeld mit Drogen versorgt haben.

Der Tätergruppe konnte die Verteilung von einer Gesamtmenge von mindestens 1.324 Stück fentanylhältiger Pflaster in Dosen zu 75 u. 100 Mikrogramm/h an Drogenabhängige angelastet werden. Diese fentanylhältiger Pflaster – diese sind rezeptpflichtig und werden zur Therapie schwerer Schmerzen eingesetzt – wurden von den 53-Jährigen unter Vortäuschung schwerer Schmerzzustände beschafft. Um den Wirkstoff aus dem Pflaster zu lösen, musste das Pflaster ausgekocht werden, damit sich die Suchtmittelkonsumenten die gewonnene Substanz selbst intravenös injiziert konnten.

Überdosis: 30-jähriges Todesopfer

Bereits im April 2016 verstarb in der Oststeiermark ein 30-Jähriger an einer Suchtmittelüberdosis. Die Ermittlungen dazu ergaben, dass der verstorbene Konsument aus dem Bezirk Güssing seine Drogen über den 53-jährigen Drogenhändler bezogen hatte.

Der 53-Jährige erwirtschaftete so einen Gewinn zwischen 62.000 und 84.000 Euro. Dieses Geld verwendete er zur Finanzierung seiner Spielsucht. Gleichzeitig ist er auch des gewerbsmäßigen Betruges verdächtigt. Durch die illegale Beschaffung von rezeptpflichtigen Arzneien (Pflaster) ist der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse ein Schaden in der Höhe von mindestens 13.000 Euro entstanden.