Erstellt am 02. Juli 2015, 10:04

von Wolfgang Millendorfer

Anklage gegen Simandl fix. Ex-BEGAS-Vorstand Rudolf Simandl und sechs weitere Beschuldigte müssen vor Gericht. Es geht um einen Schaden von mehr als vier Millionen Euro.

Rudolf Simandl  |  NOEN, Seebacher
Mehr als drei Jahre nach dem Auffliegen der Malversationen beim früheren Eenergieversorger BEGAS steht nun die Anklage gegen den Ex-Vorstand Rudolf Simandl und weitere sechs Personen.



Norbert Hauser, Sprecher der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) bestätigte gegenüber dem Online-Kurier, dass eine 122 Seiten starke Anklage beim Landesgericht Eisenstadt eingebracht wurde.

Bereits am Montag stellte Hauser, wie berichtet, im Gespräch mit der BVZ eine Entscheidung in Aussicht. Nach der Prüfung des Abschlussberichtes durch das Justizministerium gibt es nun grünes Licht.

Bis zu zehn Jahre Haft

Dem früheren BEGAS-Vorstand Simandl und zwei Ex-Mitarbeitern wird demnach Untreue, schwerer gewerbsmäßiger Betrug, Veruntreuung und Geschenkannahme durch leitende Angestellte eines öffentlichen Unternehmens vorgeworfen.

Der zweite ehemalige Vorstand, Reinhard Schweifer, und zwei weitere Ex-Mitarbeiter werden der Untreue bezichtigt. Gegen einen Beschuldigten wird wegen des Vorwurfs der falschen Aussage erhoben.

In dem Verfahren geht es um mehr als vier Millionen Euro. Die Strafandrohung beträgt bis zu drei Jahre Haft.

Energie Burgenland hat Ermittlungen unterstützt

Die Energie Burgenland hat von Beginn an die laufenden Ermittlungen in der Causa BEGAS mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln unterstützt, erklärte heute das Unternehmen im Zusammenhang mit der Bekanntgabe der strafrechtlichen Anklageerhebung gegen den ehemaligen BEGAS-Vorstand Rudolf Simandl. So hat der Aufsichtsrat und Vorstand des burgenländischen Energiedienstleisters im Jahr 2012 und 2013 zwei aktienrechtliche Sonderprüfungen zur Causa BEGAS beauftragt. Die Ergebnisse der Berichte wurden als Zeichen der Kooperation und Transparenz  umgehend der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) zur Verfügung gestellt.
 
Im Rahmen der Ermittlungen wurden zahlreiche Tatbestände aufgearbeitet, die auch einen finanziellen Schaden für die Energie Burgenland bedeuten. Aus diesem Grund hat sich die Energie Burgenland entschlossen, sich dem Strafverfahren als Privatbeteiligte anzuschließen. Weiters hat der Vorstand der Energie Burgenland bereits mehrere Zivilklagen beim Landesgericht Eisenstadt gegen den ehemaligen BEGAS-Vorstand Rudolf Simandl eingebracht.

Energie Burgenland hat bereits 4,6 Mio Euro zurückgeholt

Oberstes Ziel der Unternehmensführung ist es, im Sinne der umfassenden Vermögenssicherung, Schaden für das Unternehmen abzuwenden. Deshalb wird auch weiterhin konsequent versucht, jeden einzelnen Euro, der unrechtmäßig dem Unternehmen entzogen wurde, wieder zurückzuholen. Bisher wurden in dieser Angelegenheit bereits EUR 4.607.000,-- an die Energie Burgenland zurückgezahlt.       

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