Erstellt am 21. Oktober 2010, 10:04

Chile: Oberwarter half an der Seilwinde mit. RETTUNGSAKTION / Peter Laschober aus Oberwart saß an der Winde, mit der die Kumpel aus 622 Meter Tiefe gerettet wurden.

 |  NOEN, ALEX IBANEZ / HANDOUT (EFE / CHILEAN GOVERNMENT / HO)
VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART, CHILE / Die Rettungsaktion der chilenischen Bergarbeiter in der Vorwoche hielt die Welt in Atem. Mittendrin statt nur dabei war der Oberwarter Peter Laschober, gemeinsam mit zwei Kollegen von der Leobener Firma „ÖSTU Stettin“ barg er die 33 Kumpel aus einer Tiefe von 622 Metern.
Die Firma wurde um Hilfe gebeten, weil sie gerade ein anderes Projekt in der Nähe beendet hatte. Innerhalb von zwei Wochen wurde die Seilwinde, die mit einem 24 Millimeter starken Stahlseil bis zu sechs Tonnen Gewicht durch bis zu 1.000 Meter lange Schächte transportieren kann, vor Ort gebracht.

„Große Verantwortung, aber keine Zeit für Angst“
Für Peter Laschober war der Einsatz keine Routine: „Die Verantwortung war groß“, sagte der Seilwindenfahrer direkt nach der Rettung der Bergleute. „Aber wir hatten keine Zeit für Angst, natürlich macht man sich Sorgen – aber zum Glück hat alles gepasst.“
Die drei Mitarbeiter der steirischen Firma wechselten sich alle zwei Stunden ab und erholten sich in einem eigens bereitgestellten Container. Insgesamt waren die Männer mehr als 40 Stunden im Einsatz. „Die Arbeit als Windenfahrer erfordert volle Konzentration“, erklärte „ÖSTU Stettin“-Geschäftsführer Harald Pacher. „Den Widerstand spürt er über die Stromaufnahme des Gerätes. Wenn der Widerstand oder die Last sich erhöht, verändert sich die Stromaufnahme im Gerät, und das sieht er und kann reagieren.“

Heinrich Tilz aus Knappenberg (Kärnten) holte den ersten Bergmann an die Oberfläche. „Als ich mit dem ersten Mann losgefahren bin, habe ich ganz vorsichtig die ersten Übergänge genommen – fast wie beim Skifahren.“ Danach sei die Rettung von Kumpel zu Kumpel schneller gegangen, weil „die Männer unten alle schon vorbereitet waren und die Gurte zum Herauffahren schon angeschnallt hatten“. Probleme hätte es bei der Bergung gar keine gegeben. Derzeit befindet sich Laschober auf der Heimreise nach Österreich, seine Mutter hatte schon Kontakt mit ihm.

„Er ist erschöpft aber froh“, erzählt Rosa Bendekovics. Ihr Sohn wolle aber nicht im Mittelpunkt stehen, schließlich habe er nur seine Arbeit getan, stehe nicht gern im Mittelpunkt und sei „zu bescheiden, um mit Medien zu sprechen“. Die Mutter hat direkt nach der Bergung mit ihrem Sohn in Chile telefoniert: „Da hat er nur gemeint, er sei müde, weil er seit der Bergung noch nicht geschlafen hat.“ Sie ist aber stolz auf ihren Sohn und vor allem „froh, dass es ihm gut geht und alles gut gegangen ist“.