Erstellt am 18. Juli 2011, 14:28

Doping-Prozess gegen Walter Mayer ab 8. August. Am 8. August startet im Wiener Straflandesgericht der Doping-Prozess gegen Walter Mayer, der von 1999 bis 2006 führende Betreuer-Positionen in Langlauf und Biathlon im Österreichischen Skiverband innehatte.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ex-ÖSV-Trainer und vier weiteren Personen vor, ein "Doping-Netzwerk" gebildet und gegen das Anti-Doping-Gesetz und das Arzneimittelgesetz verstoßen zu haben.

Da die Anklagebehörde davon ausgeht, dass sich Mayer mit seinem verbotenen Tun eine fortlaufende Einnahmequelle verschafft hat, drohen dem 54-Jährigen im Falle eines Schuldspruchs bis zu drei Jahre Haft. Richterin Katharina Lewy hat vier Verhandlungstage anberaumt, die Urteile sollen am 17. August fallen.

Mayer wird beschuldigt, teilweise höchst prominente Sportler mit verbotenen Anabolika, Hormonen und Stimulanzmitteln versorgt zu haben. Dem Strafantrag zufolge soll er zunächst über einen mitangeklagten Mittelsmann, der zuvor bei ihm als Dachdecker beschäftigt war, von einem Wiener Apotheker Wachstumshormone, Dynepo und sonstige verbotene Substanzen bezogen haben. Der ebenfalls zur Anklage gebrachte Apotheker soll neben der "Schiene Mayer" regelmäßig zwei weitere Bezieher "genährt" haben, darunter den mittlerweile in erster Instanz als "Doping-Sünder" abgeurteilen Ex-Radsportler Christoph K.

Von 2005 bis 2008 soll Mayer Spitzenvertreter des österreichischen Langlauf- und Biathlonsports mit illegalen Präparaten versorgt haben. Im Strafantrag werden mehrere angebliche Abnehmer namentlich genannt, darunter der unter Blutdoping-Verdacht geratene Langlauf-Olympiasieger Christian Hoffmann, Langlauf-Ex-Vizeweltmeister Alois Stadlober, Ex-Biathlet Ludwig Gredler und die nach der sogenannten Blutbeutel-Affäre bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin vom Internationalen Olympischen Komitee ausgeschlossenen Langläufer Jürgen Pinter und Roland Diethart sowie der vormalige Biathlet Wolfgang Perner. Sie alle haben bzw. werden Zeugenladungen zum Doping-Prozess erhalten und müssen dort unter Wahrheitspflicht aussagen. Demgegenüber bleibt Ex-Radprofi Georg Totschnig und dem früheren Langläufer Michail Botwinow vorerst ein Gerichtsauftritt erspart.