Erstellt am 16. September 2015, 06:37

von Bettina Eder

Doskozil: Entlastung in Sicht. Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil über den Einsatz des Bundesheeres und die Prognosen der nächsten Tage.

Hans Peter Doskozil: »Ungarische Grenzschließung hilft dem Burgenland.«  |  NOEN, Pekovics
„Sie sind informiert, aber nicht involviert“, so Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil knapp auf die Frage nach Unterstützung und Einbindung der Landespolitik. Es bestünde keine Zuständigkeit, außer bei Stau oder Sperre auf der Autobahn. Es sei eben kein Katastrophenfall.

Dennoch wird laut Bundesregierungsbeschluss nun das Bundesheer mit 2.200 Soldaten zum Assistenzeinsatz berufen. Doskozil, der sich immer gegen Grenzkontrollen ausgesprochen hat, bleibt dabei. Für diese Situation – wo in Ungarn noch viele Flüchtlinge unterwegs seien – „sollten wir diese 15.000 nicht auf der grünen Fläche herumlaufen lassen. Wir müssen sie kanalisieren.“ Das Bundesheer sehe er in dieser Übergangsphase eher im humanitären Einsatz.

Man könne die Soldaten „schon an die Grenze irgendwo hinstellen, aber nicht im Raum Nickelsdorf. Denn dann gehen die Flüchtlinge dort unkontrolliert über die Grenze und damit signalisieren wir im Bezirk Katastrophenstimmung.“

Wenn die Schließung der Ungarn/Serbien-Grenze wirke, müsse man die Lage neu beurteilen. Er glaube aber „… durchaus, dass wir am Donnerstag einen Tag haben werden, an dem wir vielleicht sogar dauerhaft durchatmen können.“ Denn – so Doskozil weiter – „man kann dazu stehen, wie man will, aber das Burgenland wird davon profitieren, dass die Ungarn die Grenzen dicht gemacht haben, wenngleich sich die Flüchtlinge dann andere Routen suchen werden. Dann ist vielleicht die Steiermark betroffen.“