Erstellt am 29. Februar 2012, 13:10

Drei Burschen nach Messerstecherei angeklagt. Eine blutige Auseinandersetzung im vergangenen Juli hat für drei Burschen am Mittwoch gerichtliche Konsequenzen nach sich gezogen.

Ein 19-jähriger Lehrling soll wegen eines Streits um ein Handy ein Messer gezückt und mehrmals auf seinen 19-jährigen damaligen Mitbewohner eingestochen haben. Dem Lehrling wirft die Staatsanwaltschaft schwere Körperverletzung vor. Der 20-jährige Cousin des Opfers mischte sich damals in die Rangelei ein, schlug den Lehrling und soll ihn auch noch bestohlen haben. Ihm wird Diebstahl durch Einbruch und Körperverletzung, dem Opfer Körperverletzung vorgeworfen. Die Verhandlung am Eisenstädter Landesgericht wurde auf 9. Mai vertagt.
 
Sieben Monate teilten sich die beiden 19-Jährigen die Wohnung des Lehrlings in Mattersburg. Es habe öfter verbale Auseinandersetzungen gegeben, etwa zwei bis drei Monate vor der Messerstecherei hätte der damalige Mitbewohner zwei Türen zertrümmert und mit einem Faustschlag demoliert, schilderte der Lehrling. Außerdem habe er ihn auch mit dem Umbringen bedroht, "er hat sich sehr gefürchtet", ergänzte sein Verteidiger. Deshalb habe er - weil er sich keine Waffen wie Elektroschocker oder Pfefferspray zur Verteidigung leisten konnte - ein Buttermesser eingesteckt und "immer" bei sich gehabt.
 
Am 9. Juli rief der Lehrling seinen Mitbewohner (er leistet derzeit seinen Präsenzdienst, Anm.) an, er möge sich einen Brief abholen. Es kam schließlich zum Treffen in der Nähe der Wohnung. Der Präsenzdiener hätte vorgeschlagen, spazieren zu gehen und zu reden. Dann kam es zu einem Streit wegen eines verlorenen Handys, das sich der Lehrling behalten wollte - quasi als Ersatz für die demolierten Türen. Der Mitbewohner soll dem Lehrling schließlich mit dem Knie ins Gesicht getreten haben. Der genaue Tathergang soll bei der nächsten Verhandlung im Mai geklärt werden.
 
Auch der Cousin des Opfers wird in einigen Wochen noch einmal Platz auf der Anklagebank nehmen müssen: Er bekam die Auseinandersetzung mit, habe gesehen, dass ein Messer im Spiel ist, und wollte seinen Cousin beschützen. Deshalb griff er ein und versetzte dem Lehrling zwei Faustschläge. Dass er eine Spielkonsole und einen Flachbildschirm aus der Wohnung des Lehrlings gestohlen haben soll, bestritt er.
 
   Das Opfer der Messerattacke und sein Cousin sind zum Teil mehrfach vor Gericht gestanden. Beide haben ein Anti-Gewalt-Training absolviert. Der 19-jährige Lehrling war bisher unbescholten.