Erstellt am 19. Januar 2012, 16:47

Drei weitere Rapid-Fans müssen ins Gefängnis. Weitere 25 Schuldsprüche wegen Landfriedensbruchs hat es am Donnerstag im Wiener Straflandesgericht im Prozess gegen jene Rapid-Fans gegeben, die sich seit Anfang Oktober wegen gewalttätiger Ausschreitungen am Westbahnhof verantworten mussten.

Drei junge Männer, die sich bei dem Tumult am 21. Mai 2009 besonders hervorgetan haben sollen, müssen für zwei Monate ins Gefängnis.

Der Schöffensenat verhängte über sie teilbedingte Haftstrafen von zehn bzw. neun Monaten, davon jeweils zwei Monate unbedingt. Für die übrigen 22 setzte es Bewährungsstrafen zwischen sieben Wochen und zwölf Monaten, wobei in fünf Fällen zusätzlich unbedingte Geldstrafen zwischen 720 und 3.960 Euro ausgesprochen wurden. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Das Gericht ging davon aus, dass die Angeklagten "wissentlich an einer Zusammenrottung einer Menschenmenge" teilgenommen hatten, "die darauf abzielte, dass unter ihrem Einfluss Körperverletzungen oder schwere Sachbeschädigungen begangen werden".

Insgesamt 165 Rapid-Anhänger waren damals nach einem Heimspiel gegen Mattersburg zum Westbahnhof marschiert, um von einer Auswärtspartie in Linz heimkehrende Austria-Fans in Empfang zu nehmen. "Naturgemäß entsprang dieses Vorhaben keineswegs freundschaftlicher Gesinnung gegenüber den Anhängern des FK Austria, sondern war vielmehr die jahrelange Feindschaft und die den Angeklagten gemeinsame Bereitschaft zu gewalttätigem Verhalten wahrer Hintergrund", hieß es dazu in der Anklageschrift. Gröbere Attacken auf die Austrianer konnten demnach nur deshalb verhindert werden, weil die Polizei von dem Vorhaben Wind bekommen hatte und die gegnerischen Fans am Bahnhof abgeschirmt wurden.

Nur ein Teil der gewalttätigen Rapid-Anhänger konnte ausgeforscht worden. 85 landeten schließlich vor Gericht, gegen die monatelang in drei separaten Gruppen verhandelt wurde. Die erste, 29 Köpfe umfassende Tranche wurde am vergangenen Freitag abgeurteilt, wobei es für die beiden Rädelsführer unbedingte Haftstrafen von 14 bzw. zehn Monaten setzten. Die Verhandlung gegen die noch ausstehende Gruppe soll am kommenden Donnerstag abgeschlossen werden.