Erstellt am 30. Mai 2011, 15:19

EHEC-Keim - Keine weiteren Fälle in Österreich. Während in Deutschland die Zahl der EHEC-Fälle steigt und der Darmkeim dort bis Montag elf Todesopfer gefordert hatte, wurden in Österreich keine weiteren Erkrankungen bekannt.

epa02756208 A laboratory worker compares EHEC colonies in petri dishes at the Robert Koch Institute in Wernigerode, Germany, 27 May 2011. Spanish authorities denied that two vegetable farms had been temporarily sequestered because of a food-poisoning outbreak that has killed seven people in Germany. The seventh German to be pronounced an EHEC victim was a woman, 38, who died Thursday night after being admitted to hospital in critical condition in the northern city of Kiel. The only male fatality in Germany is a man, 38, found dead in his Hamburg home by emergency services. In little over a week, 1,000 people have fallen ill with haemolytic-uraemic syndrome (HUS), a disease triggered by E. coli bacteria. Survivors risk life-long kidney deficiency. German officials say cucumbers from Spain were the source of the disease. EPA/MATTHIAS BEIN  |  NOEN, MATTHIAS BEIN (DPA)
 Die beiden deutschen Radtouristen, die am Freitag in Linz mit EHEC-Verdacht ins Spital mussten, befinden sich auf dem Weg der Besserung. Bei einem Schauspieler aus Deutschland, der ebenfalls in der oberösterreichischen Hauptstadt mit Durchfall ins Krankenhaus kam, bestehe kein klinischer EHEC-Verdacht, sagte die Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit, Pamela Rendi-Wagner, am Montag.

Gesundheitsminister Alois Stöger (S) geht davon aus, dass die EHEC-Gefahr in Österreich durch umfassende Kontrollen gebannt werden kann. Er habe die Länder angewiesen, bei jenen Unternehmen Überprüfungen durchführen zu lassen, an die möglicherweise verseuchtes Gemüse geliefert wurde, sagte der Ressortchef vor Beginn der Regierungsklausur auf dem Semmering.

Die Kontrollen haben am Montag um 8.00 Uhr in der Früh begonnen. Schauplätze waren jene 33 Bio-Märkte, die via Deutschland mit Gurken, Paradeisern und Melanzani jener spanischen Produzenten beliefert wurden, deren Betriebe als Quelle des EHEC-Keims gelten. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hatte in der Nacht auf Sonntag die Rückholaktion verfügt. Da die Quelle des Erregers bereits am Donnerstag in Hamburg bekanntgegeben wurde, waren die betroffenen Geschäfte in Österreich bereits vor dem Wochenende via Großhändler verständigt und angewiesen worden, die Ware aus Spanien aus den Regalen zu nehmen. Daher ist es möglich, dass bei den Kontrollen durch die Behörden am Montag keine potenziell verseuchten Waren mehr gefunden werden.

Eine via Pocket-PC und internetfähigen Mobiltelefonen durchgeführte Oekonsult-Umfrage hat ergeben, dass die Erkrankungen und Todesfälle infolge von EHEC-Keimen zu einer beträchtlichen Verunsicherung der Konsumenten geführt haben: 78 Prozent wollten auf den Verzehr von Gurken, Paradeisern und Melanzani vorerst verzichten. Gut schnitt die heimische Landwirtschaft ab: 95 Prozent der Befragten glauben, dass man Gemüse aus Österreich bedenkenlos verzehren kann.

Die EHEC-Welle hat mittlerweile auch Frankreich erfasst. Dort sind drei Menschen erkrankt, die zuvor in Deutschland gewesen waren. Eine Lieferung vermutlich verseuchter Gurken wurde in der Bretagne abgefangen und vom Markt genommen. In Schweden gab es bisher 36 Verdachts- und tatsächliche Fälle. Die Betroffenen haben sich laut Behörden wahrscheinlich ebenfalls in Norddeutschland infiziert.