Erstellt am 21. März 2013, 12:53

Ein Arbeitsunfall kommt auf 300 Fast-Unfälle. Mit der Sicherheit am Arbeitsplatz haben sich am Donnerstag in Breitenbrunn Fachkräfte aus burgenländischen Betrieben beschäftigt.

Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass auf 300 Beinahe-Unfälle ein Arbeitsunfall kommt, so der Leiter des Arbeitsinspektorats Eisenstadt, Günter Schinkovits, bei einem Pressegespräch. Prävention werde deshalb immer wichtiger, weil arbeitsbedingte psychische Erkrankungen und damit verbunden auch die Kosten für die Behandlung zunehmen.

"Vor 30 Jahren waren noch die Maschinen und die Arbeitsvorgänge unsicher. Jetzt verlagert sich das Thema immer mehr zu psychischen Belastungen", sagte Schinkovits. Das sei eine Herausforderung für die Betriebe. Anfang dieses Jahres trat eine Novelle zum Arbeitnehmerschutzgesetz in Kraft. Darin wird klargestellt, dass unter Gefahren am Arbeitsplatz neben physischen auch psychische Belastungen verstanden werden.

Belastungen für Mitarbeiter stellten beispielsweise fehlende Kommunikation im Unternehmen, "schwierige Kunden" oder das Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen, dar. "Wenn Erholungsphasen fehlen und belastende Situationen am Arbeitsplatz erlebt werden, dann kann das irgendwann zu einer Erkrankung führen", erläuterte Schinkovits. Mitarbeiter, die psychisch erkranken, fielen meist lange aus.

Schauplatz des jährlich stattfindenden Treffens war diesmal der Standort des Süßwarenherstellers Mars Austria in Breitenbrunn. Bereits im vergangenen November konnte man dort ein Jubiläum feiern: Seit 1.000 Tagen war am Standort - weder in der Produktion noch in der Auslieferung - kein Unfall zu verzeichnen, schilderte Corporate Affairs Managerin Franziska Zehetmayr. Mittlerweile hält man bei 1.123 unfallfreien Tagen: "Da gehört sehr viel Engagement dazu", zollte Schinkovits Anerkennung.

Bei Mars sei es nichts Ungewöhnliches, dass auch über Beinahe-Unfälle geredet wird, berichtete Zehetmayr. So werden beispielsweise erkannte Gefahrenstellen im Gebäude oder an den Maschinen gemeldet. Die Informationen werden innerhalb des Konzerns weitergegeben. Dann werde besprochen, was man sinnvoll ändern könne, etwa einen Arbeitsprozess anders anzulegen. Wichtig sei es für Betriebe, auch aus solchen Beinahe-Unfällen zu lernen, so Schinkovits.