Erstellt am 18. Oktober 2012, 13:12

Einbruchsserie in vier Bundesländern geklärt. Zwei mutmaßliche Einbrecher, die bereits seit dem Frühjahr in Eisenstadt in Untersuchungshaft sitzen, haben sich im Zuge von Ermittlungen als dicke Fische entpuppt.

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Die beiden werden für mindestens 17 Diebstähle in vier Bundesländern verantwortlich gemacht. Das Duo interessierten dabei vor allem teure Werkzeuge. Der bei den verschiedenen Coups entstandene Schaden beläuft sich auf über 54.000 Euro, berichtete die Landespolizeidirektion Burgenland am Donnerstag.

Die beiden Rumänen im Alter von 25 und 31 Jahren waren Ende März dieses Jahres mit Diebesgut erwischt worden. Burgenländische Ermittler hatten sie bereits seit Dezember 2011 im Visier. Aus zunächst fünf Delikten, zu denen es Hinweise gab, wurden schließlich etliche mehr. Das Duo hatte sich auf Einbrüche in Klein-Klw und Pkw spezialisiert. "Sie haben ein Gespür gehabt, wo was drinnen sein könnte", erklärte ein Ermittler.

Aus den Fahrzeugen stahlen sie vor allem Bauwerkzeuge - vom Rüttler über "Bohrer in allen Variationen" bis hin zum Laser-Nivelliergerät. In einigen Fällen wurden auch Reifen und Autobestandteile zur Beute. Auch andere Dinge von Wert verschmähten die mutmaßlichen Einbrecher nicht, wenn sie in Autos herumlagen.

Die Tatorte wählten die beiden entlang der Hauptverkehrsrouten im Burgenland und in Wien sowie in Niederösterreich und Salzbug. Die meisten Coups, insgesamt sechs, sollen die beiden in der Bundeshauptstadt gelandet haben. Die Verdächtigen dürften nach Einschätzung von Kriminalisten über gute Kontakte verfügt haben, um die gestohlenen Werkzeuge auch rasch und gewinnbringend los werden zu können.

Bei den Einbrüchen soll der 31-Jähnrige die Schlösser geknackt und sein mutmaßlicher Komplize Schmiere gestanden haben. Beide hätten auch gestohlene Werkzeugkoffer selbst beschriftet, um bei Verkehrskontrollen vorzutäuschen, dass sie die rechtmäßigen Besitzer seien.

Die Rumänen hatten sich laut Landespolizeidirektion in Ungarn nahe der österreichischen Grenze eingemietet. Von dort sollen sie auch zu ihren Touren aufgebrochen sein und bei der Rückkehr auch Diebesgut gelagert haben. Ungarische Ermittler stellten bei Durchsuchungen Beute im Wert von rund 15.000 Euro sicher. Den Fahndern fielen auch Aufzeichnungen über den Verkauf von 136 Werkzeugen in die Hände.

Der 31-Jährige erzählte den Ermittlern, dass er in Italien eine Baufirma besitze. Das traf zu - jedoch nur bis 2008, fanden Kriminalisten heraus. In Italien besteht laut Polizei gegen den Mann allerdings ein Haftbefehl wegen einschlägiger Straftaten. Ermittler prüfen nun mögliche Zusammenhänge mit weiteren ungeklärten Fällen.