Erstellt am 03. November 2014, 11:42

von APA Red und Elfriede Kirchmeir

Kriminalbeamter auf Anklagebank. Massive Vorwürfe: Mit seiner Gattin soll ein Kriminalbeamter einen fingierten Raub geplant haben.

Prozess gegen einen Kriminalbeamten aus NÖ und seine Frau in Eisenstadt.  |  NOEN, Foto: Kirchmeir
Ein „hochrangiger Kriminalbeamter des Landeskriminalamtes Niederösterreich, der normalerweise auf der anderen Seite sitzt“ (so Staatsanwalt Wolfgang Handler) muss sich seit voriger Woche am Landesgericht Eisenstadt vor einem Schöffensenat unter dem Vorsitz von Karin Knöchl verantworten. Neben ihm hat seine Gattin Platz genommen. Ein Urteil wird diese Woche erwartet. Was wird dem erfahrenen und in seiner Ermittlungsarbeit jahrzehntelang erfolgreichen Kriminalbeamten vorgeworfen?

Der eine Teil der Anklage betrifft ihn und seine Gattin gemeinsam: Sie sollen mit der Absicht, einen Versicherungsbetrug zu begehen, einen fingierten Raubüberfall geplant haben. Die Gattin des Kriminalbeamten brachte am 7. Februar 2011 zur Anzeige, ihr sei in ihrem Haus in Wien von einem Schwarzafrikaner die Handtasche mit 97.000 Euro entrissen worden. Der Mann habe auch einen Schuss abgegeben. Zusätzlich geht es um Amtsmissbrauch. So soll der Angeklagte in der Dienstzeit private Tätigkeiten verrichtet haben. Und er soll in einem Kriminalfall nicht Anzeige erstattet, sondern auf eigene Faust eine Lösung herbeigeführt haben.

Beide Angeklagten bekannten sich nicht schuldig. Der Kriminalbeamte zu den „privaten Tätigkeiten“ in der Dienstzeit: „Man hat mich selbstständig arbeiten lassen. Ich hatte immer meine Akte mit. Ich war halt ein richtiger Kieberer.“