Erstellt am 11. Dezember 2014, 12:53

von APA Red

Prozess um versuchten Raub vertagt. Zwei Männer sind am Donnerstag wegen eines versuchten Raubs in Eisenstadt vor Gericht gestanden. Ein 29-Jähriger soll im August 2013 in Rechnitz (Bezirk Oberwart) mit vorgehaltener Waffe eine Juwelierin bedroht haben, er musste aber ohne Beute flüchten, da ihn die Frau in die Flucht schrie.

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Der Prozess wurde vertagt, da der "Ideengeber" für den Coup als Zeuge aussagen solle.

Kennzeichen war gefälscht

Der 29-Jährige wird verdächtigt, am 2. August 2013 mit dem Zweitangeklagten auf einem Motorrad nach Rechnitz gefahren zu sein. Der 22-jährige Fahrer parkte in einer Seitengasse und wartete dort, so Staatsanwalt Heinz Prinke.

Anschließend sei der Hauptverdächtige in das Juweliergeschäft gegangen, habe die zuvor offen gestandene Tür hinter sich geschlossen und der Frau wortlos die Waffe vor das Gesicht gehalten. Anstatt dem Mann jedoch Schmuck zu geben, schrie sie los. "Ich bin ganz steif da gestanden, habe den Mund aufgemacht und einfach nur geschrien - ohne Pause", schilderte sie vor dem Schöffensenat.

Danach sei der Verdächtige aus dem Geschäft gelaufen und mit dem 22-jährigen Komplizen auf dem Motorrad davongefahren. "Ich bin trotz des Schocks danach sofort auf die Straße gelaufen und habe mir nur gedacht, ich muss mir das Kennzeichen merken", erzählte sie nach dem Prozess Journalisten.

Das Merken des Kennzeichen brachte jedoch wenig, da dieses gefälscht war. Erst ein Jahr später flogen die Verdächtigen auf, weil ein ungarischer Staatsbürger sie verpfiff.

Echtheit der Waffe unklar

Die Idee zu dem Coup soll ein Mann aus Ungarn gehabt haben, der sich derzeit dort in Haft befindet. Er soll nun bei der nächsten Verhandlung als Zeuge einvernommen werden. Den "Ideengeber" hatte der in Ungarn mehrfach vorbestrafte 29-Jährige im Gefängnis kennengelernt. Auf den 22-Jährigen sei man gekommen, "weil er so gut Motorradfahren kann", sagte der Hauptangeklagte, der sich zu dem Raub grundsätzlich geständig zeigte.

Offen blieb am Donnerstag, ob die Waffe echt war oder nicht. Der 29-Jährige gab an, dass es sich dabei um eine Spielzeugpistole gehandelt habe. Drei Zeugen sprachen vor der Polizei jedoch von einer Gaspistole.

Auch Richterin Gabriele Nemeskeri wollte dem Mann, der sich selbst als "Waffennarr" bezeichnet, nicht glauben. Deshalb werde man den "Ideengeber" dazu befragen. Wann der Prozess fortgeführt werden soll, war zunächst nicht bekannt.