Erstellt am 13. Februar 2017, 14:24

von APA Red

Sohn spielsüchtig: Eltern veruntreuten Firmengeld. Ein 53-jähriger Mann und seine 50 Jahre alte Frau sind am Montag in Eisenstadt vor Gericht gestanden.

Symbolbild

Den Firmeninhabern wurde das Verbrechen der betrügerischen Krida vorgeworfen, da sie einen Teil des Firmengeldes beiseitegeschafft haben sollen, obwohl dieses den Gläubigern zugestanden wäre. Der Mann wurde zu zwölf, die Frau zu sechs Monaten bedingt verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die beiden sollen vom Konto des gemeinsamen Betriebes Geld entnommen und damit private Schulden sowie die Spielsucht des Sohnes finanziert haben, während die südburgenländischen Baufirma in den Konkurs schlitterte. Nach der Insolvenz im Vorjahr sei ein Fehlbetrag von rund 111.000 Euro festgestellt worden, berichtete der Masseverwalter vor dem Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Karin Knöchl.

Mit einem Teil des Geldes soll die Familie private Schulden und Altlasten bezahlt haben, glaubhafte Belege dafür fehlten allerdings. Die Buchhaltung soll so gut wie nicht vorhanden gewesen sein. Mit dem 2008 gegründeten Unternehmen lief es auch sonst nicht rund. 2009 gab es den ersten Konkurs, nach der Fortführung folgte 2016 schließlich der zweite.

Sohn dürfte Teil des Geldes im Casino verspielt haben

Ein Teil des fehlenden Geldes soll im Casino vom 28-jährigen Sohn verspielt worden sein. Doch auch der 53-jährige Vater dürfte gespielt haben, vermutete die Richterin. Der Mann gab an, manchmal ins Casino mitgegangen zu sein. "Ich weiß nicht, ob Sie nicht auch Spielsucht haben", meinte Knöchl zu dem Angeklagten. Es habe immer wieder Bankomatabhebungen in der Höhe von rund 1.300 Euro bis 1.800 Euro mitten in der Nacht gegeben.

Verteidiger Karl Klein gab zu bedenken, dass die Familie mit der Baufirma so gut wie kein Geld verdient habe. Viele der abgeschlossenen Verträge seien "sehr zum Nachteil" des Betriebes gewesen. Sie hätten viel gearbeitet und teilweise auf den Baustellen übernachtet. Er hoffe, dass dies nun eine Zäsur war und dass die Familie künftig nur noch Aufträge annehmen werde, "wo sie Geld verdient und nicht verliert".

Bedingte Strafen, nicht rechtskräftig

Die Richterin riet den Angeklagten künftig keine Firma mehr zu gründen. Laut Anklageschrift sollen diese bereits mehrere Konkurse hinter sich haben. Der 53-Jährige - er ist laut eigenen Angaben derzeit selbstständig - erklärte, er wolle alle Schulden begleichen. "Ich will keine Schulden mehr in Österreich haben", beteuerte er. "Sie müssen sich überlegen, was Sie in Zukunft machen", erwiderte Knöchl. Die beiden gebürtigen Rumänen schätzten den jeweiligen Schuldenberg auf etwa 100.000 Euro. Selbst bei Mitgliedern der Kirchengemeinde sollen sie sich Geld geborgt haben. Dieses soll jedoch zurückbezahlt worden sein.

Die Angeklagten bekannten sich schuldig. Der 53-Jährige wurde zu zwölf Monaten und die 50-Jährige zu sechs Monaten bedingt auf drei Jahre verurteilt. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab, das Urteil ist nicht rechtskräftig.