Erstellt am 11. Juni 2012, 15:08

Elf Wiener Wahllisten-Einträge von Graf als Anwalt. Der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf war bei fünf Wahlen auf insgesamt elf Listen als Rechtsanwalt angeführt.

Zum ersten Mal war dies 1994 der Fall, zuletzt 2001. Das haben Erhebungen der Wahlbehörde der Stadt Wien ergeben. Dass die Berufsbezeichnung von der Behörde versehentlich falsch veröffentlicht wurde, ist laut einer Sprecherin von Stadträtin Frauenberger "sehr unwahrscheinlich". Graf sei immerhin über einen längeren Zeitraum immer wieder als Rechtsanwalt bezeichnet worden, hieß es aus dem Rathaus. Bei folgenden Urnengängen wurde Graf demnach als Anwalt geführt: Zum ersten Mal war dies bei der Nationalratswahl 1994 der Fall, als er auf der Regionalparteiliste Wien-Nord, auf der Landesliste und auf der Bundesliste zu finden war. Bei der Nationalratswahl 1995 war es ähnlich. Graf wurde auf der Regionalliste Wien-Nord und auf der Landesliste als Rechtsanwalt bezeichnet.

Bei den Wiener Bezirksvertretungswahlen 1996 kandidierte er unter dieser Berufsbezeichnung für den 22. Bezirk. Bei der Nationalratswahl 1999 war Graf dann wieder auf der Bundes-, der Landes- und der Regionalliste Wien-Nord als Rechtsanwalt zu finden. Bei der Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahl 2001 scheint er mit derselben Berufsbezeichnung sowohl auf dem Kreiswahlvorschlag als auch auf dem Bezirkswahlvorschlag für den 22. Bezirk auf.

Laut der Sprecherin werden die jeweiligen Listen von den Parteien beschlossen und bei der Landeswahlbehörde eingereicht. Auf den Listen sind Details wie Adresse, Geburtsdaten oder Beruf zu finden. Die von der Behörde abgesegneten Vorschläge werden veröffentlicht - und auch von den "Zustellungsbevollmächtigten", also den diversen Parteien und sonstigen wahlwerbenden Gruppierungen, nochmals unterschrieben. Dass im Rahmen dieses behördlichen Verfahrens eine Liste fälschlich geändert worden sei, diese Wahrscheinlichkeit sei sehr gering, hieß es am Montag im Rathaus.