Erstellt am 18. März 2013, 10:44

Elfter Verhandlungstag im Immofinanz-Prozess. Im Immofinanz-Prozess hat der elfte Prozesstag im Wiener Straflandesgericht wieder mit einem Expertenstreit rund um die angeklagten "Hable-Optionen" begonnen.

Es geht um Aktienoptionsgeschäfte, mit denen sich die früheren Immofinanz-Manager laut Anklage ohne Zustimmung des Aufsichtsrats auf Kosten des Unternehmens bereichert haben sollen. Der gerichtliche Sachverständige Oliver Lintner erläuterte die von ihm errechneten Optionsprämien für die Optionen auf Immoeast- und Immoeast-Aktien, welche die Angeklagten allerdings nicht zahlten. Die Verteidigung des Hauptangeklagten Karl Petrikovics versuchte mit Fragen an den Gutachter ihre Position zu untermauern, dass die Geschäfte keine Untreue darstellten.

Petrikovics war Chef der Constantia Privatbank, die über Managementverträge die börsenotierte Immofinanz und die Immoeast steuerte. Der mitangeklagte Helmut Schwager war Aufsichtsratspräsident von Immofinanz und Immoeast sowie Aufsichtsratsvizepräsident der Constantia Privatbank. Der - erkrankte - Norbert Gertner war Vorstand der CPB.

Die Anklage wirft den drei Männern Untreue zulasten der Bank vor, indem sie rund 20 Mio. Euro über Optionsgeschäfte lukrierten, die sie durch einen Treuhänder (Ernst Hable) geheim hielten. Diese 20 Mio. Euro erhielten die Angeklagten, ohne je einen einzigen Euro investiert zu haben oder ein Risiko eingegangen zu sein, so der Anklagevorwurf. Gleichzeitig sind die drei auch wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung (Mafia-Paragraf) angeklagt. Ex-Prokurist Christian Thornton ist wegen Beihilfe zur Untreue angeklagt.

Petrikovics' Verteidigung ist wieder mit dem Steuerberater und Ex-SPÖ-Finanzminister Andreas Staribacher verstärkt. Dieser darf jedoch im Gerichtssaal nicht das Wort ergreifen. Am Nachmittag wird noch ein Zeuge gehört. Weitere Zeugen sollen geladen werden.