Erstellt am 15. Mai 2012, 13:46

Elsners Grundkrankheit laut Arzt verschlechtert. Der Gesundheitszustand des ehemaligen BAWAG-Generaldirektors Helmut Elsner, der vor seinem geplanten Auftritt im zweiten BAWAG-Prozess mit Herzrhythmusstörungen das Wiener Wilhelminenspital aufgesucht hatte, hat sich tatsächlich verschlechtert.

Zu diesem eindeutigen Schluss kommt jedenfalls Kurt Huber, der Leiter der Medizinischen Abteilung für Kardiologie im Wilhelminenspita. Die seit einigen Wochen zunehmenden Beschwerden des 77-jährigen Ex-Bankers führt Huber "auf eine Verschlechterung der Grundkrankheit im Sinne eines Verschluss eines Bypasses" zurück, wobei er auf die "koronare Herzkrankheit (Verengung der Herzkranzgefäße) mit Zustand nach aorto-koronarer Bypass-Operation 2007" des Patienten verweist. Elsner droht demnach womöglich eine weitere Herz-Operation.

Elsner hat zwar am vergangenen Samstag nach einem insgesamt 18-tägigen stationären Aufenthalt das Wilhelminenspital vorerst verlassen können. Zugleich wurde aber aufgrund eines insgesamt komplexen Krankheitsbildes - anfallsmäßig auftretendes Vorhofflimmern, chronische Niereninsuffizienz, atypische Pneumonie - eine Teststrecke mit konservativ-medikamentösem Vorgehen vereinbart, wie der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) am Dienstag auf ausdrücklichen Wunsch und mit Zustimmung Elsners in einer der APA übermittelten Presseaussendung bekanntgab.

Laut Huber muss sich der ehemalige BAWAG-Generaldirektor jedenfalls wieder "einem mehrwöchigen Erholungsaufenthalt unter ärztlicher Kontrolle unterziehen". Danach hält Elsners behandelnder Arzt "engmaschige Kontrollen an unserer Spezialabteilung" für erforderlich. Allenfalls muss eine weitere Herz-OP durchgeführt werden.

Die Folgen dieser Entwicklung für den laufenden BAWAG-Prozess, in dem Elsner trotz seiner bereits rechtskräftigen zehnjährigen Freiheitsstrafe an einigen ausgewählten Verhandlungstagen auf Basis einer Subsidiaranklage der BAWAG auf der Anklagebank Platz zu nehmen hätte, sind vorerst nicht absehbar. An sich sollte der Ex-BAWAG-Chef am 29. Mai als Beschuldigter vor dem Schöffensenat unter Vorsitz von Christian Böhm erscheinen.