Erstellt am 08. August 2011, 11:47

Endlich Bewegung in Telekom-Affäre. Sieben Jahre nach dem ersten Verdachtsmomenten kommt nun endlich Bewegung in die Affäre rund um die mögliche Kursmanipulation bei der Telekom Austria. Nachdem das Unternehmen am Montag eine 400 Seiten starke Sachverhaltsdarstellung der Justiz übergeben hat, fordert auch der Betriebsrat Konsequenzen.

Einer der damals rund hundert Top-Manager, die von dem neun Mio. Euro schweren Bonusprogramm profitiert haben, ist der nunmehrige Konzernchef Hannes Ametsreiter. Er war bei der Boni-Auszahlung im Jahr 2004 Marketingboss der Mobilfunktochter Mobilkom Austria - wie hoch sein Aktienvergütungsprogramm damals war, verrät er nicht.

Der auffällige Kurssprung im Jahr 2004, der den Managern zu einem kleinen Vermögen verhalf, sorgte damals jedenfalls zumindest bei der Wiener Börse - trotz medialer Aufregung - für keine Bedenken. "Der Fall ist einfach zu untersuchen. Die Ergebnisse werden der FMA übermittelt werden", erklärte der damalige Börse-Vorstandsdirektor Stefan Zapotocky vor nunmehr sieben Jahren. Die Finanzmarktaufsicht wiederum meinte erst zu Beginn des heurigen Jahres, dass ihr damals die nötigen Instrumente zur Untersuchung gefehlt hätten.

Dass die Telekom in diverse Skandale verwickelt sein könnte, ist spätestens seit dem Herbst des Vorjahres bekannt. Damals hatte das "Format" von einer Achse Telekom, Finanzminister Grasser und dessen Freunden, die Lobbyisten Walter Meischberger und Peter Hochegger berichtet. Gegen alle drei laufen noch einige andere Untersuchungen der Justiz, Stichwort Buwog-Privatisierung.

Unter anderem geht es bei den Ungereimtheiten rund um den ehemaligen Monopolbetrieb auch um einen angeblich geplanten Deal mit dem Glücksspielkonzern Novomatic. Die Staatsanwaltschaft interessierte sich für ein Gemeinschaftsunternehmen von Novomatic und Telekom, die AON Wettdienstleistungs GmbH. Bei dieser Kooperation sollen 6,5 Mio. Euro an die Valora Unternehmensberatung gegangen sein, die Hochegger zugerechnet wi

Damit die gemeinsame Firma auch operativ tätig werden konnte, sollte das Glücksspielgesetz geändert werden. Im Ministerrat saß damals als Finanzminister Grasser, der laut Verdacht der Staatsanwaltschaft versucht haben soll, die Gesetzgebung in diesem Sinne zu ändern. Grasser hat dies stets bestritten.