Erstellt am 30. August 2015, 10:59

Ermittlungen wegen "Krone"-Todes-Foto. Die Übergabe des Todes-Fotos des Flüchtlingsdramas auf der A4 im Burgenland an die "Kronen Zeitung" wird ein Nachspiel für den Beamten haben.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (www.BilderBox.com)
Die Polizei steht bereits in engem Kontakt mit der Staatsanwaltschaft (StA), schon morgen, Montag, muss die Kriminalabteilung einen ersten Anfallsbericht an die StA übermitteln, sagte Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil mit.

"Aufdecken und offenlegen"

Anschließend werde man an das Bundesamt für Korruptionsbekämpfung (BAK) herantreten, um diese Amtshandlung dorthin abzutreten. Denn für Doskozil stehe fest, "dass das Foto von einem Polizisten an Ort und S gemacht worden ist. Dieser ist allen Anschein nach aber nicht derjenige, der das Foto auch weitergegeben hat." Laut Doskozil gebe es irgendwo Wege, "die durch die Polizei gehen. Diese muss man aufdecken und offenlegen", sagte der Landespolizeidirektor.

Das Foto, auf dem die toten Flüchtlinge im Lkw zu sehen sind, hat für Aufregung und zahlreiche Beschwerden beim Presserat gesorgt. Verena Strnad, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Eisenstadt hatte bereits am Samstag den Kontakt der Polizei bestätigt und erklärt, dass ein "erster denkbarer" Tatbestand die Verletzung des Amtsgeheimnisses sei und man dem Bericht der Polizei entgegen sehe. Auch die deutsche "Bild"-Zeitung druckte das Foto mit dem Titel "Foto der Schande". Ein Faksimile davon wurde am Sonntag in der "Kronen Zeitung" veröffentlicht. Es ist damit der dritte Tag in Folge, an dem Leser der Zeitung mit dem Bild der toten Menschen konfrontiert wurden.