Erstellt am 26. Juni 2015, 12:25

von APA Red

Erneut 71 Flüchtlinge angehalten. Im Burgenland werden täglich Dutzende Flüchtlinge von der Polizei aufgegriffen. Von Donnerstag auf Freitag hielten Beamte erneut 71 Menschen an, die von Schleppern über die Grenze nach Österreich gebracht wurden.

 |  NOEN, Werner Müllner
Mit zunehmender Zahl der Hilfesuchenden steigt auch die Anzahl der Schlepper, die auf frischer Tat ertappt werden, hieß es von der Landespolizeidirektion Burgenland.

Beamte haben für Erfassung 48 Stunden Zeit

Das Schwergewicht der Aufgriffe liegt entsprechend der Verkehrsrouten, der sich die Schlepper bedienen, weiterhin im Landesnorden. Am stärksten betroffen ist laut Auskunft der Polizei der Bezirk Neusiedl am See.

Die seit Donnerstag aufgegriffenen Personen stammen vor allem aus Syrien und Afghanistan, so Polizei-Sprecher Helmut Marban zur APA.



Die Exekutive hat entsprechend der Gesetzeslage 48 Stunden Zeit, um die eintreffenden Flüchtlinge zu erfassen, die Identität festzustellen und ihre Daten zu erheben, um sie im Computer abzugleichen. Auch eine Befragung wird durchgeführt, wofür Dolmetscher benötigt werden. Schließlich werde eine Niederschrift gemacht.

Während dieser Zeitspanne werden die Asylwerber im Competence Center der Polizei in Eisenstadt untergebracht, das über etwa 40 Plätze verfügt, erläuterte Marban. Sind hier die Kapazitäten erschöpft, werden die Flüchtlinge ins Schubhaftzentrum Vordernberg gebracht.

"Wie der Strom jetzt läuft, ist es machbar"

Als dritte Ebene stehen außerdem noch Quartiere in Heiligenkreuz im Lafnitztal (Bezirk Jennersdorf) oder in Schattendorf (Bezirk Mattersburg) gebracht, wo ebenfalls die administrativen Tätigkeiten durchgeführt werden können. Als weitere Stelle zur ersten Versorgung diene auch die Rotkreuz-Bezirksstelle Neusiedl am See, wo die Asylwerber ebenfalls verpflegt und untergebracht werden können.

"Damit ist es uns bis jetzt gelungen, dass wir die 48 Stunden immer einhalten", so Marban. "Wie der Strom jetzt läuft, ist es machbar", meinte der Oberstleutnant. Sollte sich allerdings der Zustrom deutlich erhöhen, dann würde man sich darum bemühen müssen, neue Kapazitäten zu erschließen.

Im Moment finde man mit den bisherigen Einrichtungen das Auslangen. Nach Abschluss der administrativen Tätigkeiten werden die Flüchtlinge in die Aufnahmezentren nach Traiskirchen oder Thalham gebracht.

Aber nicht nur die Zahl der Flüchtlinge steigt. Seit dem Vorjahr hätten auch die Festnahmen von Schleppern zugenommen, die bei ihren Fahrten durch Österreich erwischt werden. Im gesamten Vorjahr klickten im Burgenland für 167 Schlepper die Handschellen. Heuer werde diese Zahl wohl übertroffen, schätzt Marban. Denn seit Jahresbeginn wurden bereits 113 Verdächtige gefasst.