Erstellt am 15. August 2012, 07:33

Etwas weniger Pflegegeld-Bezieher als im Vorjahr. Im Juni ist die Zahl der Pflegegeldbezieher gegenüber dem Vorjahr minimal zurückgegangen. 434.617 Bezieher bedeuten eine Reduktion von 670 Personen bzw. um 0,15 Prozent (2011: 435.287).

Das geht aus den neuesten Daten des Sozialministeriums hervor. Gegenüber dem Mai (435.517) sank die Zahl um 0,2 Prozent. Insgesamt bezogen zum Halbjahr 5,14 Prozent der Bevölkerung Pflegegeld. Seit Jänner wird in der Statistik nicht mehr zwischen Bundes- und Landespflegegeldbeziehern unterschieden. Grund dafür ist die Überführung des Landepflegegeldes in Bundeskompetenz, die mit Jahreswechsel erfolgt ist.

Von den nun 434.617 Pflegegeldbeziehern entfielen 97.054 auf Stufe 1, 133.729 auf Stufe 2, 74.723 auf Stufe 3, 61.139 auf Stufe 4, 41.568 auf Stufe 5, 17.542 auf Stufe 6 und 8.862 auf Stufe 7. Die Einstufung orientiert sich nach dem Pflegebedarf nach Stunden.

Die Zahl jener Pflegebedürftigen, die Förderung für ein oder zwei Betreuungskräfte erhalten, ist im Juni 2012 auf 14.134 Personen angestiegen. Im Vorjahr lag die Zahl bei 11.085 Personen. Im Schnitt nehmen damit 3,2 Prozent aller 434.617 Pflegegeldbezieher auch eine Förderung für eine 24-Stunden-Betreuung in Anspruch, wie aus den Daten hervorgeht.

Die Strukturreform im Pflegebereich sieht man im Sozialministerium im Zeitplan. Ein gemeinsamer Vorschlag der Reformarbeitsgruppe Pflege soll bis Ende 2012 vorliegen, hieß es aus dem Büro von Minister Hundstorfer. In der Arbeitsgruppe sind Bund, Länder und Gemeinden sowie "alle Systempartner" (Sozialpartner, Seniorenorganisationen, Dienstleister, NGOs, etc.) vertreten, heißt es.

Ziel sei die Harmonisierung zwischen den einzelnen Bundesländern betreffend Mindeststandards, Personaleinsatz, Versorgungsgrad, auch die Kostenbeiträge sollen angepasst werden. Ebenfalls auf der Agenda steht die Rekrutierung von zusätzlichem Pflegepersonal (wegen Pensionierungen und steigendem Bedarf) sowie eine Reformierung der Ausbildung ("modular und durchlässig").