Erstellt am 26. Februar 2013, 12:05

Ex-Telekom-Chef Sundt hat Ärger wegen Immo-Deal. Am Mittwoch ergeht voraussichtlich das Urteil im Telekom-Prozess um eine Kursmanipulation im Februar 2004.

Auf der Anklagebank sitzt unter anderem Ex-Telekom-Chef Heinz Sundt, auf den bereits das nächste Strafverfahren warten könnte, berichtet der "Kurier". Der Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft liegt mittlerweile bei der Oberstaatsanwaltschaft.

Es geht um den seit Jahren umstrittenen Verkauf einer Telekom-Immobilie an bester Wiener Adresse. Käufer war eine Immobilienfirma im Einflussbereich von Ex-ÖBB-Chef Martin Huber. Generaldirektor der teilstaatlichen Telekom Austria war damals Sundt. Er und der damalige Finanzchef Stefano Colombo sollen das Anbot unterschrieben haben. Huber hat in der Causa Immodeal stets alles Vorwürfe zurückgewiesen, für den "Kurier" war er nicht erreichbar.

Gelaufen sein soll das Geschäft laut "Kurier" so: Sundt und Colombo hätten Huber angeboten, zum Kaufpreis von 5,4 Mio. Euro die beiden Geschoße am Schillerplatz zu kaufen. Geschäftspartner war die "Schillerplatz 4 Projektentwicklungs GmbH (SP4)". 75 Prozent hielt treuhändig für Huber dessen Steuerberater Josef Ischepp, 25 Prozent gehörten Gattin Barbara Huber-Lipp. Ende 2006 wurde verkauft - zum Preis von 5,4 Mio. Euro.

Innerhalb von etwas mehr als einem Jahr verdoppelte sich dann der Wert der zwei Palais-Etagen. Mit 10. Jänner 2008 erstand die Seeste Bau AG die SP4 um knapp elf Millionen Euro. 3,9 Millionen Kaufpreis plus Übernahme der Verbindlichkeiten von rund sieben Millionen Euro.

Die Grün-Abgeordnete Gabriele Moser schaltete darauf zweimal die Justiz ein. Martin Nemec, Anwalt von Sundt, bezweifelt das von der Justiz beauftragte Gutachten von Roland Popp, das den Verkehrswert der Immobilie deutlich höher mit 9,8 Mio. Euro ansetzt. Es sei nicht berücksichtigt worden, dass die Liegenschaft entwickelt und dass wesentlich investiert worden sei.