Erstellt am 11. September 2012, 15:29

Ex-Vorstände gegen BEWAG - Lukits-Prozess wieder aufgenommen. Im Landesgericht Eisenstadt ist am Dienstag der unterbrochene Zivilprozess von Ex-BEWAG-Vorstandssprecher Hans Lukits gegen seinen früheren Arbeitgeber fortgesetzt worden.

Richterin Barbara Michalek ließ vorerst zwei Themenkomplexe erörtern. Dabei ging es darum, ob der Ex-BEWAG-Chef im Zuge eines Projekts in Rumänien Mitarbeiter von BEWAG-Konzerngesellschaften für private Zwecke verwendet habe sowie um einen Konsulentenvertrag im Zusammenhang mit einem 120-Megawatt-Windparkprojekt in Lettland, über den Lukits die BEWAG nicht informiert hatte.

Zunächst wurde BEWAG-Aufsichtsratschef Josef Kaltenbacher als Zeuge befragt. Kaltenbacher erklärte, dass er vom Konsulentenvertrag, den Lukits abgeschlossen hatte, am 22. September 2011 erfahren habe. Der Vertrag, wonach Lukits bei der Verwertung eines großen Windkraft-Projekts behilflich sein sollte, sei unterschrieben gewesen, "und somit ist er wirksam", argumentierte Kaltenbacher.

Der Aufsichtsrat sei über diesen Vertrag nicht in Kenntnis gesetzt worden. Den Vertrag schätzte Kaltenbacher "als eindeutig konkurrenzierend" ein, zumal sich Lukits das dabei zum Tragen kommende Know How durch seine Tätigkeit bei der BEWAG angeeignet habe.

Auf die Frage der Richterin, warum er den Aufsichtsrat nicht über den Konsulentenvertrag informiert habe, meinte der frühere BEWAG-Vorstandssprecher, der Vertrag sei für ihn bedeutungslos gewesen, "weil das Projekt ohnehin nicht verkaufbar war." Ihm sei klar gewesen, dass das Projekt in Lettland bis zur Baureife noch ein Jahr benötige.

Zum Thema Verwendung von Mitarbeitern für private Zwecke schilderte der Ex-BEWAG-Vorstand bei seiner Befragung, dass er 2010 im Zusammenhang mit einem rumänischen Windparkprojekt darum gebeten worden sei, potenzielle Investoren zu unterstützen, die ins Windkraft-Geschäft einsteigen wollten. Zwei damalige Mitarbeiter der BEWAG-Gruppe hätten damals auf sein Ersuchen ein Excel-Sheet mit den wahrscheinlichen Investitionskosten sowie einen Businessplan erstellt.

Aufgrund der Unterlagen, die er über das Projekt erhalten habe, sei er im Hinblick auf hohe Risiken skeptisch gewesen. "Für mich war das Windpark-Projekt in Rumänien viel zu riskant", sagte Lukits. Für den Nachmittag war die Befragung weiterer Zeugen vorgesehen.