Erstellt am 21. Februar 2012, 15:43

Februar-Kälte bescherte Burgenlands Feuerwehren mehr Brandeinsätze. Die Kältewelle in den vergangenen Wochen hat den Feuerwehren im Burgenland vermehrt Löscheinsätze im häuslichen Bereich beschert.

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Auf Volltouren laufende Heizungen und unsachgemäß gelagerte Asche sorgten für so manche Alarmierung. Allein im Februar mussten die Feuerwehren bisher an die neunmal zu Kaminbränden ausrücken, hieß es von der Landessicherheitszentrale (LSZ) Burgenland am Dienstag auf APA-Anfrage. Auch in Garagen, Kellern und Küchen loderten die Flammen.
 
   Dass es häufiger brennt, wenn das Thermometer Minusgrade zeigt, ist für Polizei-Brandermittler Thomas Scheibstock nichts Außergewöhnliches: "Das haben wir eigentlich jedes Jahr, wenn es so kalt ist. Das hat sicher mit der Heizsaison zu tun", meint der Leiter der Brandgruppe beim Landeskriminalamt im Gespräch mit der APA: "Es wird verstärkt geheizt, die Intervalle beim Asche Ausräumen werden immer kürzer." Das führe dazu, dass die Asche meist nicht mehr abkühlen könne, bevor sie entsorgt wird. "Dann besteht die Gefahr, dass es zu Bränden kommt."
 
   Wichtig sei, dass sich im Bereich der Heizstelle keine brennbaren Gegenstände befinden. Weder Holz, noch Papier, noch Anzündholz sind dort gut aufgehoben. Die Asche werde am besten in einem Blechbehälter mit Blechdeckel zwischengelagert. Man sollte zumindest vier Tage warten, bis sie dauerhaft entsorgt wird.
 
   Oft werde irrtümlich angenommen, die Asche sei bereits kalt: "Aber durch das Umleeren kommt wieder Sauerstoff dazu." Dann kann ein Glimmbrand entstehen: "Bis zu zwei, drei Tage kann Asche schon noch zündfähig sein", weiß der Ermittler: "Das können sich viele Leute nicht vorstellen."
 
   Wenn die Heizungsanlagen "auf Vollgas" fahren, kann es auch zur Überhitzung von Abgasrohren kommen. "Die werden extrem heiß." Es mache auch einen Unterschied, ob man einen Kachelofen oder einen Schwedenkamin einmal oder dreimal am Tag beheize.
 
   Oft entstehe zunächst ein Glimmbrand. Mit der Zeit brennen dann ein Plastikkübel oder eine Schachtel, in denen Asche gelagert wird, durch. Wird ein Feuer in der Entstehungssituation entdeckt, könne man es ohne weiteres etwa mit einem handelsüblichen sechs Kilo Pulver-oder Schaumlöscher bekämpfen. "Da kann man schon etwas bewirken", meint Scheibstock.
 
   Glimmbrände seien besonders in Wohnräumen gefährlich: Wird das dabei entstehende Kohlenmonoxid (CO) eingeatmet, kommt es zu Rauchgasvergiftungen, die tödlich enden können. Ein solches Szenario wäre durch Rauchmelder in den Räumlichkeiten vermeidbar: "Der CO-Melder schlägt dann Alarm."
 
   Die verstärkten Brandeinsätze in der Heizsaison belegt auch die Statistik des Landesfeuerwehrverbandes: 2011 wurden im Burgenland 33 Rauchfangbrände erfasst, davon sieben im Zeitraum von 1. Jänner bis 6. Februar.