Erstellt am 30. Juli 2013, 17:13

Festnahmen wegen Schlepperei in Servitenkloster. Die Geschichte jener Flüchtlinge, die derzeit im Servitenkloster untergebracht sind, hat am Dienstag eine überraschende Wendung genommen.

Nachdem bereits seit Wochenbeginn mehrere Personen nach Pakistan abgeschoben worden waren, gab es nun auch Festnahmen wegen des Verdachts der Schlepperei. Die Caritas, welche die "Refugees" seit Monaten betreut, zeigte sich "schockiert". Insgesamt sechs Personen wurden wegen des Verdachts der Schlepperei festgenommen, drei davon im Servitenkloster. Ihnen wird angelastet, einer "großen kriminelle Organisation" anzugehören, die Schleppungen von vorwiegend pakistanischen Staatsbürgern organisiert und durchgeführt haben soll.

Die drei Personen waren im Umfeld des Klosters auf der Straße festgenommen worden. In das Kloster oder andere kirchliche Einrichtungen sind keine Beamten eingedrungen, hieß es seitens der Polizei.

Die Caritas reagierte "schockiert"über die Vorwürfe. Sie sichere den Behörden "volle Kooperation" zu, sagte Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas Wien. Man sei "extrem verärgert, falls die Caritas hier von Einzelnen ausgenutzt wurde".

Indes sollen die Abschiebungen von einigen der acht am Montag in Schubhaft genommenen pakistanischen Flüchtlingen auch am Dienstag fortgesetzt worden sein. Bei weiteren zwölf Personen warten die Behörden noch auf Heimreisezertifikate durch die Botschaft. Auch Demonstrationen von Unterstützern wurden angekündigt.

Aufregung herrschte auch um ein Video eines Polizeieinsatzes von Montagfrüh vor dem Polizeianhaltezentrum. Zu sehen ist eine Demonstrantin, die schwer zu Sturz kommt, nachdem sie mit einem einschreitenden Polizisten zusammengeprallt war. Bei der Polizei betonte man zu dem Vorfall, dass der Beamte sofort reagiert und Hilfe angeboten habe. Dennoch gab es eine Anzeige wegen Körperverletzung bei der Staatsanwaltschaft Wien durch den Verein "Resistance for Peace". Moralische Unterstützung erhielt der Beamte durch die FPÖ.

Auch die Koalitionspartner schenkten einander mitten im Wahlkampf beim Thema Asyl nichts. So wollte ÖVP-Generalsekretär Rauch Bundeskanzler Faymann auf eine Linie beim Thema Asyl festnageln und von diesem wissen, ob die Behörden auch kurz vor einer Wahl weiterhin uneingeschränkt handeln dürfen. "Das Wahlkampfgetöse der ÖVP auf dem Rücken von Asylsuchenden hat ein unerträgliches Ausmaß erreicht", empörte sich wiederum die Wiener SP-Gemeinderätin Yilmaz.