Erstellt am 09. Dezember 2010, 13:56

Feuerwehren rüsten bis 2014 auf digitalen Funk um. Knapp 1.500 Handfunkgeräte, 809 Mobilfunkgeräte und 92 Fixstationen - alle auf analoger Basis - nutzen Burgenlands Feuerwehren bei ihren Einsätzen zur Kommunikation. Um die Verbindungsmöglichkeiten innerhalb der Feuerwehr und zu anderen Organisationen zu verbessern, soll der gesamte Funk bis Ende 2014 auf das digitale System umgestellt werden.

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Ein Stufenplan regelt die Umstellung, die vom Land zu 50 Prozent - insgesamt mit rund 275.000 Euro - unterstützt wird, so Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl (V) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt.

Mit dem digitalen Funk sei sowohl grenz- als auch organisationsüberschreitender Funkverkehr möglich. Ziel sei es auch, die volle Kompatibilität mit dem Tetrafunknetz des Bundes - BOS Austria - herzustellen. Im Burgenland ist seit 1999 ein digitales Tetra-Netz in Betrieb, das vom Land und vom Roten Kreuz genutzt wird.

Man wolle beim Funk im Burgenland "nicht als Insellösung dastehen". Deshalb müsse man sich dem österreichweiten Trend zur Digitalisierung anschließen, so Landesfeuerwehrkommandant Alois Kögl. Derzeit sei der Ausbau des digitalen Funknetzes, was die Infrastruktur betrifft, zu etwa zwei Dritteln abgeschlossen. Auch die funktechnische Erreichbarkeit der Wehren wurde überprüft. "Es sieht bei den Feuerwehrhäusern selbst die punktuelle Versorgung sehr gut aus", erklärte Kögl.

Ab 2011 sollen zunächst Stützpunktfeuerwehren mit digitalen Handfunkgeräten ausgestattet werden. Bis 2014 sei vorgesehen, alle Feuerwehren zumindest mit einem Gerät auszurüsten. Der nächste Schritt sei dann die Einrichtung der Fixpunktstationen und die Ausstattung der Einsatzfahrzeuge mit Mobilfunkgeräten. Mit den neuen Geräten soll auch beim "Innenangriff", also beim Einsatz in Gebäuden, kommuniziert werden können.

In den vergangenen 20 bis 25 Jahren seien bei den Feuerwehren "eine stattliche Anzahl" unterschiedlicher Handfunkgeräte zum Einsatz gekommen. Diese mussten von den Feuerwehrleuten alle beherrscht werden. Aber auch Probleme wie die fehlende Kompatibilität von Akkus verschiedener Typen sollen mit dem Umstieg auf die neue Technologie ausgemerzt werden, so Kögl. Durch den Ankauf in größerer Stückzahl hoffe man auch auf eine entsprechende Preisreduktion. Derzeit koste ein Einzelgerät auf digitaler Basis rund 1.100 Euro.

In Tirol sei das digitale Funknetz bereits ausgebaut, so Kögl. Auch Niederösterreich sei von der Infrastruktur her ausgebaut, nun erfolge die Beschaffung der Funkgeräte. Die Steiermark habe sich festgelegt, zwischen 2012 und 2014 total umzusteigen. Im Raum Schladming soll der Umstieg angesichts der Alpinen Ski-WM auf 2013 vorgezogen werden.