Erstellt am 05. September 2015, 13:23

von APA/Red

Burgenländische Polizei mit lückenhaften Infos. Die burgenländische Polizei kämpfte am Samstag mit Informationslücken. "Ein großes Problem ist, dass wir über das Vorhaben der ungarischen Behörden nichts wissen", sagte Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil am Grenzübergang Nickelddorf.

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"Am Ende des Tages könnten heute 6.000 bis 10.000 Flüchtlinge in Nickelsdorf über die Grenze kommen", erklärte Doskozil. Die Entwicklung der nächsten Tage sei derzeit schwierig abzuschätzen. Der Landespolizeidirektor wollte am Nachmittag bei einem Treffen in Györ mit den ungarischen Behörden "wieder eine Gesprächsebene aufbauen".

"Man muss immer mit dem worst case rechnen", sagte Doskozil in Bezug auf die Möglichkeit, dass in Ungarn Camps geöffnet werden könnten. "Ich habe diese Gerüchte auch schon gehört. Wir nehmen sie ernst." Die Zahl der Polizeikräfte wurde bereits unmittelbar nach der Flüchtlingstragödie mit 71 Toten aufgestockt, Unterstützung kommt von Dienststellen aus anderen Bezirken und Bundesländern. "Man muss fairerweise sagen, Ungarn hatte schon immense Zahlen (an Flüchtlingen, Anm.) in den vergangenen Wochen und Monaten", so der Polizeidirektor.

Bis Mittag kamen weit über 4.000 Flüchtlinge über die Grenze. 30 bis 40 Busse standen am Vormittag auf der gesperrten Autobahn M1 im Stau. "Die Flüchtlinge nehmen fünf, sechs Kilometer Fußmarsch in Kauf." In Nickelsdorf werden sie zunächst in Sammelstellen zur Erstversorgung gefahren und anschließend mit Sonderzügen Richtung Wien gebracht. "Es war schon hektischer in den frühen Morgenstunden", berichtete Doskozil. "Die Menschen waren nicht sicher, ob sie weiterreisen dürfen. Mittlerweile hat sich schon herumgesprochen, dass wir einhalten, was wir zusagen."