Erstellt am 01. Februar 2013, 14:22

Flüchtlinge in Votivkirche wieder im Hungerstreik. Die Flüchtlinge, die seit Wochen in der Votivkirche für mehr Rechte protestieren, treten ab sofort wieder in den Hungerstreik.

Das erklärten die Betroffenen am Freitag in der Wiener Votivkirche. Das Angebot der Caritas, in ein anderes kirchliches Quartier umzusiedeln, lehnen sie ab. Sie verlangen ein Eingehen auf ihre Forderungen, vorher wollen sie die Kirche nicht verlassen. "Wir gehen nicht woanders hin, ohne eine Lösung", sagte einer der Flüchtlinge. Die Forderungen bleiben aufrecht, allen voran jene nach einer Legalisierung des Aufenthaltsstatus all jener, die seit Beginn bei den Protesten dabei gewesen waren. Laut Auskunft der Flüchtlinge soll es sich dabei um insgesamt rund 100 Personen handeln. In der Kirche sind derzeit rund 60 Flüchtlinge. Die Protestierenden verlangen Gespräche mit Verantwortungsträgern der Regierung, gefragt, wer dies sein soll, hieß es, "jemand mit Herz".

Kritik gab es seitens der Flüchtlinge an der Caritas, konkret wollen die Flüchtlinge eine Lockerung der strikten Zugangsregeln zu der Kirche. Derzeit dürfen nur fünf Personen von außen auf einmal die Kirche betreten, um mit den Flüchtlingen zu sprechen. Dies sei zu wenig, betonten die Flüchtlinge.

Die Erzdiözese will die "Hausordnung" in der Wiener Votivkirche, die gemeinsam mit den Flüchtlingen im Dezember beschlossen wurde, nicht ändern. Man wolle den Flüchtlingen eine Zuflucht bieten, berücksichtigen müsse man aber auch, dass die Votivkirche Pfarrkirche sei. Man habe derzeit den Eindruck, dass es "ein bisschen den Wunsch" gebe, eine politische Bühne zu schaffen, so Schönborn-Sprecher Michael Prüller.

Die Kirche steht derzeit nur zu den Messzeiten für Besucher offen - normalerweise ist sie tagsüber stets geöffnet. Die Flüchtlinge hatten verlangt, dass mehr als die außerhalb dieser Zeiten erlaubten fünf Besucher auf einmal in die Kirche zu den Flüchtlingen kommen dürfen, um Gespräche zu führen.