Erstellt am 23. Dezember 2012, 11:34

Flüchtlinge übernachteten erneut in Votivkirche. Die Flüchtlinge, die unter Mithilfe von Aktivisten die Votivkirche besetzt haben, haben abermals in der Wiener Votivkirche übernachtet.

Die von der Caritas bereitgestellte Unterkunft werde vorerst weiter nicht in Anspruch genommen, sagte ein Sprecher der Hilfsorganisation. Indes sei, wie beim Runden Tisch vereinbart, ein Liste zur Prüfung der Fälle an das Innenministerium weitergeleitet worden.
Derzeit befinde sich eine Liste mit den Namen von 71 Personen im Innenministerium, bestätigte ein Sprecher des Ressorts. In der Votivkirche selbst hätten an die 15 Personen übernachtet, die Caritas sprach von etwa 30. Mit der Überprüfung des Verfahrensstandes und der Möglichkeit einer Wiederaufnahme in die Grundversorgung möglich sei, hat das Ministerium Sonntagfrüh begonnen. In jenen Fällen, wo dies nicht möglich ist, werde man nach einer gemeinsamen Lösung mit der Caritas suchen, betonten beide Seiten.

Die von der Caritas eingerichtete Notunterkunft samt Transport dorthin ist von den Flüchtlingen vorerst nicht angenommen worden. "Sie wollen die Einzelfallprüfung abwarten und fühlen sich in der Kirche besser geschützt", so der Caritas-Sprecher. Dort sei es jedenfalls "bitterkalt", man habe die Asylwerber aber rund um die Uhr betreut. Auch erste Androhungen von Hungerstreiks habe es bereits gegeben, hieß es vonseiten der Hilfsorganisation. "Das macht uns als Caritas große Sorgen."

Kritik wurde indes an den Aktivisten laut, welche die Aktion der Asylwerber offenbar organisieren - auch von Caritas-Direktor Michael Landau: "Ein Drittel von ihnen ist wirklich in Not; ein Drittel will jenen in Not ernsthaft helfen, aber bei einem Drittel handelt es sich um reine Aktivisten, um Chaoten, die die Not dieser Menschen instrumentalisieren wollen", sagte er in der "Presse". In der Hilfsorganisation hofft man nach wie vor "auf eine friedliche Weihnachtslösung im Sinne der Menschen".