Erstellt am 28. August 2015, 15:16

Für Staatsanwalt kommt Mord in Betracht. "Schlepperei, versuchte Gemeingefährdung mit Todesfolge bis zu Mord" - diese Tatbestände kommen nach der Festnahme von drei Verdächtigen im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsdrama im Burgenland in Betracht, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, Johann Fuchs.

 |  NOEN, APA

Es gebe "keinen Zweifel", dass die Eisenstädter Anklagebehörde für diesen Fall zuständig ist, sagte Fuchs.

"Wir nehmen diese Aufgabe ernst und lassen nichts unversucht, um diesen dramatischen Vorfall professionell und qualitätsvoll aufzuarbeiten", garantierte Fuchs. Es sei bereits ein KFZ-Techniker zum Sachverständigen bestellt worden, der den 7,5 Tonnen schweren Lkw begutachten soll.

Wie der burgenländische Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil erklärte, soll es zumindest im seitlichen Bereich des Kühltransporters keine Luftzufuhr gegeben haben. Der technische Sachverständige muss klären, ob bzw. wie lange eine solche möglicherweise über das Kühlsystem bzw. über das Dach gegeben war.

Derzeit offen ist die Frage, ob bzw. wie lange die Festgenommenen in Ungarn im Gewahrsam bleiben. Sollte sich bei der Obduktion herausstellen, dass die getöteten Flüchtlinge mit Sicherheit nicht mehr am Leben waren, als der Lkw nach Österreich einreiste, würde sich nach dem Territorialitätsprinzip jedenfalls eine Zuständigkeit der ungarischen Strafverfolgungsbehörden ergeben.

Bei den Festgenommenen handelt es sich um zwei bulgarische Staatsbürger und einen Mann, der eine ungarische Identitätskarte bei sich hatte. Laut jüngsten ungarischen Medienberichten soll es sich bei ihm um einen gebürtigen Afghanen handeln.