Erstellt am 07. September 2015, 16:25

von APA/Red

Entscheidung über Auslieferung nach Drama auf A4 vertagt. Das Bezirksgericht in der nordwestbulgarischen Stadt Montana hat die Entscheidung über die Auslieferung des mutmaßlichen Lenkers, in dessen Lkw auf der Ostautobahn (A4) 71 Flüchtlinge gestorben sind, auf 17. September vertagt. Dies sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Montana, Lilia Jordanowa.

Nach dem Flüchtlingsdrama wurden mehrere Männer verhaftet  |  NOEN, APA (Oczeret)

Von der österreichischen Justiz wird eine "Garantie" verlangt, dass der 32-Jährige nach Beendigung eines Strafverfahrens in Österreich und einer eventuellen Verurteilung wieder nach Bulgarien überstellt wird, um seine Strafe in seinem Heimatland zu verbüßen, erläuterte Jordanowa die Handlungsweise des Gerichts.

Zudem gebe es weitere Informationen, dass auch die bulgarische Spezialanwaltschaft, die für schwere Verbrechen zuständig ist, ein Strafverfahren gegen den Angeklagten eingeleitet hat. Bis 17. September werde der Beschuldigte weiter in U-Haft bleiben.

Die bulgarische Justiz wirft dem Mann vor, den Lkw, in dem die Flüchtlinge qualvoll erstickt sind, zumindest auf einem Teil der Strecke zwischen Ungarn und Österreich gesteuert zu haben. Laut Staatsanwaltschaft muss sich der Verdächtige wegen Beteiligung an einem Schlepperring und fahrlässiger Tötung in 71 Fällen verantworten.