Erstellt am 28. August 2015, 15:06

von APA/Red

Landeshauptleute für europäische Lösung. Die Landeshauptleute von Oberösterreich, Josef Pühringer (ÖVP), und Südtirol, Arno Kompatscher (SVP), der sich am Freitag zu einem offiziellen Besuch in Oberösterreich aufhielt, zeigten sich angesichts des Flüchtlingsdramas auf der A4 "fassungslos".

 |  NOEN, APA (archiv)
Sie forderten, wie auch der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP), Aktivitäten auf europäischer Ebene.

Pühringer: "Katastrophe der Menschlichkeit"

Pühringer sprach von einer "Katastrophe der Menschlichkeit". Kompatscher stellte fest, das Drama mache "betroffen und fassungslos". Er verwies darauf, dass Südtirol sowohl vom Gesamtstaat zugeteilte Asylsuchende betreue als auch jene, die versuchen, auf eigene Faust über die Grenze am Brenner zu kommen, dort aber zurückgewiesen werden.

Beide betonten, die Regionen würden zu ihrer Verantwortung stehen. Aber sie forderten verbindliche Quoten für die Aufnahme von Asylanten, "nicht weil wir unsere humanitäre Pflicht nicht tun wollen, sondern weil andere auch ihre Pflicht tun sollen", stellte Pühringer fest.

Es sollten auf europäische Ebene eine solidarische Lösung zur Verteilung der Last geben und die Flucht-Ursachen bekämpft werden. Pühringer schlug vor Ort Sammelzentren zur Abwicklung der Asylverfahren vor, damit sich nicht Menschen auf den Weg machen, die keine Chance auf Anerkennung haben.

"Mit aller Härte gegen Schleppermafia vorgehen"

Der steirische Landeshauptmann Schützenhöfer zeigte sich angesichts der Flüchtlingstragödie auf der A4 im Burgenland "zutiefst betroffen und bestürzt. Es ist ein unsagbares Leid, das auf die Angehörigen der Opfer hereinbricht". Es könne nicht so weiter gehen wie bisher, man brauche endlich eine Lösung auf europäischer Ebene, so der LH in einer Stellungnahme.

"Die menschliche Tragödie auf der Ostautobahn im Burgenland zeigt, dass man in Österreich und auch in allen anderen 27 EU-Staaten mit aller Härte gegen die Schleppermafia vorgehen muss, um den Schleppern das Handwerk zu legen", so der steirische LH. Er bekräftige "einmal mehr meine Forderung, dass wir eine solidarische europäische Flüchtlingsquote und Schutzzonen in unmittelbarer Nähe der Krisenherde brauchen".