Erstellt am 27. August 2015, 14:23

von APA Red

Flüchtlingsdrama - Tatortarbeit wird Tage dauern. Allein die Tatortarbeit nach dem Tod einer noch unbekannten Anzahl von Flüchtlingen in einem im Nordburgenland aufgefundenen Schlepper-Lkw werde Tage dauern.

 |  NOEN, Paul Haider
Das sagte Gerald Tatzgern, Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität und des Menschenhandels im Bundeskriminalamt. Der Laster und dessen Umgebung müssten an Ort und Stelle akribisch kriminaltechnisch untersucht werden, um alle Beweismittel zu sichern und keine Spuren zu zerstören. Erst danach könne er an einen für die weiteren Analysen geeigneten Ort gebracht werden. Einen konkreten Zeitrahmen dafür nannte Tatzgern nicht.

"Die Tatortarbeit wird heute sicher noch nicht abgeschlossen. Das dauert die nächsten Tage an", sagte der Oberst. Bereits angelaufen seien die Abklärungen mit ausländischen Behörden, die Herkunft des Lkw betreffend. Zudem sucht die Polizei Zeugen im Zusammenhang mit dem Abstellen des Lasters in einer Pannenbucht bei Parndorf (Bezirk Neusiedl am See).

x  |  NOEN, Paul Haider


Zum Zustand der Leichen wollte Tatzgern keine Angaben machen. Jedenfalls würden die Toten auch dahin gehend untersucht, ob Fremdeinwirkung im Spiel war.

Die Tragödie erinnert an den Tod von fünf Flüchtlingen aus Sri Lanka im Jahr 1993. Die Singhalesen waren am 26. Jänner auf einem Parkplatz der A2 (Südautobahn) entdeckt worden. Ermittlungen ergaben, dass sie beim Transport erstickt und von skrupellosen Schleppern auf dem Rastplatz bei Leobersdorf (Bezirk Baden) in Niederösterreich einfach im Gebüsch abgeladen worden waren.